Politik

Kindergeld für Kinder im Ausland: Zahl seit 2011 fast verdreifacht – BSW fordert Stopp

Die Zahl der Kinder mit Wohnsitz im Ausland, für die Deutschland Kindergeld zahlt, hat sich seit 2011 nahezu verdreifacht. Ende 2025 wurde für 291.292 Kinder im Ausland deutsches Kindergeld gezahlt, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit für das BSW hervorgeht, über die die „Bild“ berichtet. 2011 waren es noch 103.559, 2015 bereits 158.169.

Die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht fordert angesichts der Entwicklung einen vollständigen Stopp der Kindergeldzahlungen für Kinder im Ausland. Wagenknecht sagte der „Bild“: „In Bitterfeld stehen die Menschen an der Tafel und nach Bukarest wird das Steuergeld überwiesen. Der deutsche Staat lässt sich ausnehmen wie eine Weihnachtsgans.“ Die Politik müsse wieder mehr an Bitterfeld als an Bukarest denken. Kindergeld für Kinder, die gar nicht in Deutschland lebten, dürfe es nicht länger geben.

Ein genereller Zahlungsstopp wäre nach geltendem EU-Recht nicht ohne Weiteres möglich. Arbeitnehmer in Deutschland können unter bestimmten Voraussetzungen auch für ihre im EU-Ausland lebenden Kinder Kindergeld beziehen. Dafür müssten europäische Regeln geändert werden.

Nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit wurde Ende 2025 allein für 112.384 Kinder polnischer Kindergeldberechtigter mit Wohnsitz im Ausland deutsches Kindergeld gezahlt. Es folgten Berechtigte mit tschechischer (33.872 Kinder) und rumänischer Staatsangehörigkeit (32.459). Die Statistik zeigt nicht, in welchem Land die Kinder leben, sondern nur, dass sie außerhalb Deutschlands wohnen. Auch für 36.727 Kinder deutscher Berechtigter im Ausland wurde Kindergeld gezahlt.

Auch die Überweisungen auf ausländische Bankkonten haben stark zugenommen: von 45,7 Millionen Euro im Jahr 2011 auf rund 528 Millionen Euro 2025. Das entspricht einem Anstieg um rund 1.055 Prozent. Allerdings sind diese Überweisungen nicht mit den gesamten Kindergeldzahlungen für Kinder im Ausland gleichzusetzen. Denn Zahlungen für Kinder im Ausland können auch auf deutsche Konten fließen – und umgekehrt.

Foto: Strand (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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