Gesundheit

Organspende: Lauterbach optimistisch für Widerspruchslösung

Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet sich beim aktuellen Anlauf für die Widerspruchslösung bei der Organspende bessere Chancen aus als noch 2020.

Er sei optimistischer, dass die Widerspruchslösung diesmal eine Mehrheit finde, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“. Insbesondere auch bei den Kollegen in der Union habe sich mittlerweile die „Vernunft durchgesetzt“. Die AfD werde die Debatte zwar als Möglichkeit begreifen, „die Bevölkerung zu verunsichern, und Verschwörungsgeschichten verbreiten“. Aber davon würden sich „die demokratischen Parteien nicht beeinflussen lassen“, sagte der SPD-Politiker.

Weiter warb Lauterbach für eine schnelle Einführung der Widerspruchslösung. Zu glauben, dass es ohne Widerspruchslösung irgendeine Chance gäbe, sei nicht richtig, sagte Lauterbach. In den Kliniken werde bereits viel getan. Sie kämpften um jedes Organ, das sich im Rahmen der gegenwärtigen Gesetzgebung irgendwie gewinnen lasse. Trotzdem blieben viele Menschen auf der Warteliste ohne realistische Perspektive, solange es keine Widerspruchslösung gebe. Lauterbach mahnte: Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in wenigen Jahren wieder an demselben Punkt stehen – nur werden dann weitere Menschen gestorben sein, denen man hätte helfen können. Deshalb sei die Widerspruchslösung für ihn ein „Gebot der Vernunft“.

Im Bundestag befasst sich am Mittwoch der Gesundheitsausschuss mit einer möglichen Reform der Organspende.

Foto: Karl Lauterbach (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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