Moskau – Der bekannte russische Politexperte Stanislaw Belkowski hat Ende 2013 mit seiner Putin-Biografie “Wladimir: Die ganze Wahrheit über Putin” tiefe Einblicke in die Hinterzimmer der russischen Politik gewährt. Er hat nun einen detaillierten Bericht über jene Themen verfasst, die 2013 große Medienresonanz in Russland erzeugten und seiner Meinung nach die russische Politik 2014 prägen werden. Sein neues Buch “Russische Kriege: Die größten Konflikte in den Bereichen Verwaltung, Konzerne und Medien in Russland im Jahr 2013” hat er am 3. Februar 2014 dem deutschen Publikum im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin präsentiert. Grundlage dafür war eine Analyse des Stanislaw Belkowski Fonds, die im beiliegendem Vortrag zusammengefasst wurde.

Quelle: Stanislaw Belkowski

Quelle: Stanislaw Belkowski

Im Buch analysiert er gravierende Fallbeispiele aus dem wirtschaftlichen und politischen Leben Russlands in 2013 und damit verbundene Zusammenhänge. Ob es um den möglichen Rücktritt der Medwedew-Regierung, die Rolle der Magnitski-Liste in internationalen Beziehungen oder den Versuch, dem Eisenbahnmagnaten Jakunin zu kündigen, geht – Belkowski ist überzeugt, dass die russische Politik heute durch den Kampf der verschiedenen Interessengruppen geprägt ist und entsprechend nur im Zusammenhang mit ihnen analysiert und eingeschätzt werden kann. Selbst der bekannte Oppositionspolitiker und Kremlkritiker Alexey Navalny komme nicht umhin, in den Kampf der Interessengruppen verwickelt zu werden.

Beispielsweise betrachtet Belkowski den möglichen Rücktritt der Medwedew-Regierung, den er für sehr wahrscheinlich hält, da dies fast allen Interessengruppen recht sein sollte. Er findet auch, dass die Wahrscheinlichkeit, auf der Magnitski-Liste zu stehen, mittlerweile ein reales Instrument zur Beeinflussung der Polit- und Business-Elite Russlands geworden ist.

Belkowski bezeichnet diese politische Situation als “Perestrojka-2”, wobei er auf die Ähnlichkeit zu jenen Prozessen, die auch in den letzten Jahres der Gorbatschow-Ära und des Zerfalls der UdSSR abliefen, verweist.

Quelle: ots

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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