Professionell beim Aussteller: Warum die Standgröße nicht ausschlaggebend ist
Mobile Messelösungen
Für viele mittelständische Unternehmen gehört die Messebeteiligung zum festen Bestandteil des Marketings, und das zu Recht. Deutschland ist weltweit führender Messestandort, fast zwei Drittel aller globalen Leitmessen finden bei uns statt. 2024 präsentierten sich auf den Messen in Deutschland ca. 204.000 Unternehmen, ca. 11,7 Millionen Besucherinnen und Besucher kamen. Für KMU bietet dieser direkte Kontaktkanal Möglichkeiten, die kein noch so gutes digitales Format ersetzen kann.
Warum mobile Lösungen für KMU strategisch sinnvoll sind
Der klassische Messebau mit individuell hergestellten Ständen kostet schnell mehrere tausend Euro, oft noch ohne Auf- und Abbaukosten, Transport und Lagerung. Wer zwei bis vier Messen pro Jahr besucht, wird diesen Posten spüren. Reise, Unterkunft und Verpflegung kosten im Mittel über 23 Prozent der gesamten Messeausgaben, der Standbau selbst einen weiteren beachtlichen Block.
Mobile Messesysteme sind hier eine kalkulierbare Alternative. Eine Messewand faltbar lässt sich von einem einzelnen Benutzer in wenigen Minuten ohne Werkzeug aufbauen, kann in jeden normalen PKW-Kofferraum verstaut werden und benötigt keinerlei Montagehelfer. Damit sinken die variablen Kosten pro Messebeteiligung beträchtlich, insbesondere wenn es sich um den mehrfachen Einsatz desselben Systems handelt. Ein modulares Messesystem hat sich bereits nach vier bis fünf Einsätzen gegenüber Mietlösungen vergleichbar gut amortisiert.
Technik und Materialstandards beachten
Wer sich ein Faltdisplay kauft, sollte beim Kauf auf einige wenige technische Kriterien Wert legen. Das Druckmaterial muss nach DIN 4102 für Messehallenbetrieb in geschlossenen Räumen als schwerentflammbar B1 ausgewiesen sein. Dies fordern fast alle deutschen Messegelände verbindlich ein. Aluminiumrahmen sind stabiler und langlebiger als Kunststoffalternativen und behalten auch bei häufigem Auf- und Abbau ihre Form.
Standardsysteme haben Breiten von 1,5 bis 6 Metern, die Höhe liegt meist zwischen 2 und 2,50 Metern. Grafiken lassen sich je nach System mit Magneten oder Spannrahmen befestigen. Textilbespannungen mit 210 g/m² lassen sich auch hinterleuchten und erzeugen einen gleichmäßigen, hochwertigen Eindruck. PVC-Druckbahnen sind zwar transportrobuster, zeigen aber bei Rückbeleuchtung ein weniger gleichmäßiges Ergebnis.
Förderung nicht vergessen
Messeaufwendungen sind Betriebsausgaben und damit voll abzugsfähig. Standgebühren, Ausstattung, Druck, Reise und Personal gehören dazu. Für KMU gibt es zudem öffentliche Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene. Einzelne Bundesländer fördern internationale Messebeteiligungen mit bis zu 7500 Euro je Unternehmen und Jahr. Auf Bundesebene werden insbesondere KMU auf internationalen Leitmessen gefördert, teils mit bis zu 60 Prozent der direkten Veranstaltungskosten für die ersten beiden Beteiligungen. Die Programme setzen voraus, dass das Unternehmen auf einer anerkannten Messe ausstellt und nicht für dieselbe Veranstaltung bereits eine andere öffentliche Förderung bezieht. Der Antrag ist in der Regel lange vor Messebeginn zu stellen.
Messestand richtig vorbereiten
Ein professioneller Messeauftritt scheitert selten am Geld, häufig aber an mangelnder Vorbereitung. Zu viele Informationen auf der Wandfläche, schlecht lesbare Schriften, keine Gesprächsangebote am Stand kosten mehr mögliche Kontakte als ein kleiner Stand. Eine reduzierte, klar strukturierte Grafik mit einer Botschaft zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich als vollbedruckte Flächen. Beleuchtung, ob durch eingebaute LED oder externe Strahler, erhöht die Wahrnehmbarkeit in der Messehalle erheblich.
Wer seinen Messestand als langfristige Investition begreift, sollte das System von vornherein modular denken: Eine klappbare Rückwand lässt sich mit Prospektständer, Theken oder Displayständern kombinieren, ohne dass man jeweils zur neuen Messe neue kaufen muss. So bleibt der Lager- und Transportschlüssel gleich und der Auftritt hat mehrfach Wiedererkennungswert.



