Gesundheit

Spritze oder Substanz? Warum der Abnehmspritzen-Hype den Mittelstand gefährdet

Unternehmergesundheit

In den Berliner Geschäftsräumen vom „Wirtschaftsnetzwerk Deutschland“ (kurz: WND) trafen sich MiNa-Herausgeber Sven Oliver Rüsche und die Ernährungsexpertin Steffi Faigle zu einem brisanten Schlagabtausch.

Das Thema: Der unaufhaltsame Siegeszug von Abnehmspritzen wie Ozempic und Mounjaro. Faigle, die ihre Expertise bereits seit geraumer Zeit als geschätzte Kolumnistin bei den Mittelstand Nachrichten teilt, warnt eindringlich vor einer gefährlichen Abkürzung, die Führungskräfte teuer zu stehen kommen könnte.

 

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Der Alltag im deutschen Mittelstand gleicht oft einem Dauer-Marathon: Zwischen Deadlines, Gremiensitzungen und Geschäftsessen bleibt die gesunde Ernährung meist auf der Strecke. Stattdessen regiert der schnelle Griff zur Schokolade an der Kaffeemaschine. Vor diesem Hintergrund erscheint das Versprechen der Pharmaindustrie wie eine Erlösung: Einmal wöchentlich spritzen und die Kilos schwinden in Rekordzeit.

Die Illusion der schnellen Lösung

Doch Steffi Faigle rüttelt im Pressegespräch auf. „Das ist ein gefährlicher Hype“, erklärt sie bestimmt. Die Diätindustrie missbrauche Medikamente, die ursprünglich für Typ-2-Diabetiker entwickelt wurden, als Lifestyle-Droge. Während Präparate wie Semaglutid (Ozempic) oder Tirzepatid (Mounjaro) das Sättigungsgefühl chemisch imitieren, werden die massiven Nebenwirkungen oft kleingeredet.

Für Führungskräfte, die auf ihre kognitive Leistungsfähigkeit angewiesen sind, ist die Liste der Begleiterscheinungen besonders kritisch:

  • Körperliche Ausfälle: Dauerschwindel, Erbrechen und totale Erschöpfung sind keine Seltenheit.
  • Langfristige Risiken: Gallensteine, Muskelschwund und sogar psychische Probleme wie Depressionen sind dokumentiert.
  • Der Jo-Jo-Effekt: Sobald die Spritze abgesetzt wird, kehren die Kilos oft mit einem „Bonus“ zurück.

„Ein Manager, der mit Schwindel in eine harte Verhandlung geht, oder ein Teamleiter, der wegen Übelkeit ausfällt, ist für das Unternehmen ein Risiko“ …

… so Faigle. Die Milliardengewinne der Hersteller – allein Novo Nordisk meldete für 2025 Rekordzahlen – stehen im krassen Gegensatz zur Gesundheit der Anwender.

Gestörtes Essverhalten in der Chefetage

Faigle, die auf 15 Jahre Expertise zurückblickt, diagnostiziert ein Tabuthema in den Führungsetagen: Das emotionale Missbrauchen von Essen als Trostpflaster für Stress oder Langeweile. Die Dunkelziffer bei Essstörungen wie Bulimie oder Heißhungerattacken unter Managern sei enorm hoch. „Warum fangen Gummibärchen an zu sprechen, nicht die Banane? Weil Süßes Belohnung verspricht“, bringt sie es auf den Punkt.

Statt den Körper chemisch zu täuschen, plädiert die Expertin in ihrer Mission für eine „Mindset-Revolution“. In ihrem Podcast „Zack! Schlank“ und ihren Texten verdeutlicht sie: „Ein gesunder Körper beherbergt einen scharfen Geist. Wer Müll isst, düngt keinen guten Nährboden“.

Der Weg zurück zur Intuition: Praktische Strategien

Für die vielbeschäftigten Entscheider im Mittelstand hat Faigle konkrete Alternativen zur Spritze parat:

  1. Das Höhlenmensch-Prinzip: 70 Prozent der Ernährung sollte natürlich und unverarbeitet sein.
  2. Fokus statt Multitasking: „Entweder essen oder arbeiten – der Körper hasst Multitasking beim Kauen“.
  3. Die Sauerstoffmasken-Strategie: Erst die eigene Gesundheit (KPIs setzen!), dann das Business.
  4. Geschäftsessen überleben: Vorab proteinreich bestellen und Wasser als festen Begleiter etablieren.

Eigenverantwortung statt Chemie

Das Treffen in Berlin verdeutlichte: Die Kritik an Abnehmspritzen ist kein Nischenthema, sondern betrifft den Kern unserer Leistungsgesellschaft. Steffi Faigle fordert strengere Regulierungen und ein Ende der Off-Label-Werbung. Ihr Appell an die Mittelstandsmanager ist klar: „Wie weit muss es kommen, bis du wach wirst?“. Wahre Wertschätzung beginnt bei der eigenen Ernährung – ganz ohne Rezept und ohne gefährliche Nebenwirkungen.


Steffi Faigle ist Ernährungscoach und regelmäßige Kolumnistin bei den Mittelstand Nachrichten. In ihrer Arbeit kombiniert sie Ernährungsphysiologie mit psychologischem Mindset-Training.

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