Ergonomie als Wettbewerbsfaktor: Wie der Mittelstand Fachkräfte bindet
Kaum eine Herausforderung ist heute so elementar für den Mittelstand wie die des Fachkräftemangels. Überall suchen Unternehmen nach geschulten Arbeitnehmern und gleichzeitig nach Arten und Weisen, ihren Arbeitsplatz so zu optimieren, dass sie attraktiv genug sind, um diese Fachkräfte langfristig zu binden. Ein Faktor, der vor allem im Mittelstand von enormer Bedeutung ist, ist die Ergonomie. Wer sich noch nicht ausführlich mit ihr beschäftigt hat, mag sie als lästige Compliance-Pflicht abtun. Doch tatsächlich ist sie ein Teil der Corporate Identity – also der Unternehmenskultur, der vor allem für Arbeitnehmer das entscheidende Kriterium für oder gegen das Unternehmen sein kann.
Attraktivität für Arbeitnehmer
Heute wirkt ein modern ausgestatteter Arbeitsplatz wie ein visuelles Versprechen für die Fürsorge des Arbeitgebers. Wenn er in die Umgebung investiert, signalisiert er damit potenziellen zukünftigen Mitarbeitern und den Arbeitnehmern, die bereits Teil des Teams sind, dass sie es ihm Wert sind. Und das ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht kaum zu unterschätzen, denn Mittelständler können es sich schlichtweg nicht leisten, erfahrene Fachkräfte schon mit 50 Jahren durch Bandscheibenvorfälle an den Vorruhestand zu verlieren. Und gleichzeitig spricht eine solche Fürsorge auch die jüngeren Generationen an. Für sie sind Faktoren wie die Modernität des Maschinenparks und die technologische Unterstützung bei körperlich schwerer Arbeit viel wert. Und da sie zwischen verschiedenen Arbeitgebern wählen können, entscheiden sie sich für die Unternehmen, die ihnen die besten Konditionen bieten.
Operative Exzellenz und Wirtschaftlichkeit
Natürlich hat gute Ergonomie auch ganz unmittelbare Vorteile. Da wäre zum Beispiel der natürliche Ablauf in der Montage. Ergonomie reduziert unnötige Bewegungen beim Suchen, Bücken oder weiten Gehen und senkt dabei, wie nebenbei, die Taktzeiten und die Fehlerquote. Modulare Leichtkransysteme zum Beispiel verstärken gezielt die Kraft des Arbeitnehmers. Mit ihnen kann man tonnenschwere oder besonders sperrige Bauteile mit zwei Fingern so punktgenau positionieren, dass der Prozess seinen Stress verliert und die Handhabung nicht länger Kraft raubt und stattdessen angenehm intuitiv abläuft. Das bedeutet auch, dass die Arbeitnehmer seltener krank oder verletzt sind. Schon zwei Krankheitstage weniger pro Jahr können dabei helfen, die Anschaffungskosten kleinerer Hebehilfen zu amortisieren.
Inklusion und Flexibilität im Team
Ergonomische Assistenzsysteme gleichen dabei auch die Unterschiede zwischen den verschiedenen potenziellen und bereits existierenden Arbeitnehmern aus. Wo ein Arbeitgeber früher nur bestimmte demographische Gruppen anstellen konnte, erweitert sich plötzlich der Pool an potenziellen Bewerbern, wenn die Arbeit weniger körperlich und damit kein Ausschlusskriterium mehr ist. Und da viele der modernen Systeme heute modular aufgebaut sind, kann man sie ohne hohe Kosten installieren und später erweitern oder gar umrüsten, sodass das Unternehmen flexibel und agil auf veränderte Umstände reagieren kann.
Psychologische Effekte und Unternehmenskultur
Ganz klar ist eines: Die meisten Fehler entstehen im Betrieb, wenn die Mitarbeiter ermüdet oder abgelenkt sind. Wer aber körperlich frisch bleibt, kann sich auch mental besser fokussieren, und das senkt wiederum die Ausschussrate und schont die Ressourcen. So wird der Arbeitgeber zum Ermöglicher, der ganz klar auf der Seite der Arbeitnehmer steht, anstatt sie auszunutzen oder gegen sie anzugehen. Er wird zum Teil der Vorsorge – sowohl für das Unternehmen als auch für den individuellen Mitarbeiter.



