Energie

Kraftwerks-Ausschreibung: LEAG will Braunkohlemeiler auf Gas umrüsten und setzt auf Milliarden vom Staat

Der ostdeutsche Energieerzeuger LEAG könnte zum großen Gewinner der Ausschreibung von Kraftwerkskapazitäten durch die Bundesnetzagentur werden: Am Dienstag gibt die Behörde bekannt, wer voraussichtlich mehrere Milliarden Euro vom Staat erhalten wird, um Kraftwerke zu bauen, die über einen langen Zeitraum Strom erzeugen können. Die LEAG habe in dem Verfahren auch Gebote für bestehende Braunkohlekraftwerke abgegeben, die auf Gas umgerüstet werden sollen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf eigene Informationen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will mit der Ausschreibung den Neubau von Gaskraftwerken erreichen.

Die Umrüstung sei mehr als 30 Prozent günstiger als der Neubau von Gaskraftwerkskapazitäten, sagte Leif Timmermann, Vorstand der Energiesparte EPH des tschechischen LEAG-Eigentümers EP-Gruppe, der Zeitung. Entsprechend günstig habe das Unternehmen in der Ausschreibung der Netzagentur angeboten, so Timmermann, der im Aufsichtsrat der LEAG-Kraftwerksparte sitzt. Es gehe um Anlagen mit einer Kapazität von rund 3 Gigawatt an den ostdeutschen Kraftwerkstandorten Boxberg und Jänschwalde. Weitere Gebote mit einer Kapazität von rund 2 Gigawatt habe EPH für neue Kraftwerke in Leipheim, Lippendorf und Schwarze Pumpe eingereicht. Allerdings gelten umgebaute Kohlekraftwerke im Vergleich zu neuen Gaskraftwerken als weniger klimaschonend.

Insgesamt geht es in der ersten Ausschreibung der Bundesnetzagentur um 4,5 Gigawatt, danach folgt eine weitere Ausschreibung von 4,5 Gigawatt. Die Idee dahinter, die schon der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) verfolgte: Es sollen viele neue Gaskraftwerke gebaut werden, die Dunkelflauten überbrücken sowie flexibel einspringen können, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Finanziert werden soll das Ganze über eine neue Umlage, die auf die Stromrechnung der Verbraucher draufgeschlagen wird.

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Eigentlich soll das Geld in neue Gaskraftwerke fließen. Kommt die LEAG in der Ausschreibung mit alten Braunkohlekraftwerken zum Zuge, erwarten Brancheninsider lange juristische Auseinandersetzungen. Die Gewerkschaft IGBCE begrüßte die Pläne der LEAG: Das könne eine Antwort für die Kraftwerkstandorte Jänschwalde und Boxberg sein, die man schon lange im Kohleausstieg fordere, sagte Stephanie Albrecht-Suliak, die Leiterin des IGBCE-Landesbezirks Nordost, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Das Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde geht Ende 2028 vom Netz, in Boxberg werden 2029 die ersten Blöcke abgeschaltet.

Foto: Kraftwerk (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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