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Volkswagen-Krise: Autoexperte Stefan Bratzel kritisiert Management, Anteilseigner und Betriebsräte

Der Automobilexperte Stefan Bratzel wirft dem Volkswagen-Konzern schwere Versäumnisse vor. „Man kann sich nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen“, sagte der Direktor des Center of Automotive Management (CAM) den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Freitagsausgaben).

In China habe der Konzern zu spät erkannt, wie schnell sich die chinesischen Autobauer weiterentwickeln, wie wichtig die Elektromobilität sei und welche zentrale Rolle die Kosten spielten. Dafür, dass der chinesische Markt um 20 Prozent geschrumpft sei, könnten die Wolfsburger allerdings nichts, so der Automobilexperte weiter.

„Es war ein Versäumnis des gesamten Volkswagen-Konzerns – des Managements, der Anteilseigner und der Betriebsräte -, die Dramatik der Situation zu spät erkannt zu haben“, kritisierte Bratzel. Die lange Zeit erfolgreichen Geschäfte in China hätten „viele strukturelle Probleme in Wolfsburg“ verdeckt. „Probleme am deutschen Standort wurden nicht ausreichend angegangen. Das war ein schwerwiegender Fehler“, sagte Bratzel.

Zuvor hatte der Konzern einen milliardenschweren Verlust im dritten Quartal gemeldet. Der Automobilexperte hob hervor, dass nur ein Teil dieses Ergebnisses hausgemacht sei. Volkswagen sei auch von veränderten Rahmenbedingungen betroffen. „Besonders die neuen US-Zölle belasten den Konzern und seine Marken Porsche und Audi“, verteidigte Bratzel den Konzern.

Foto: Volkswagen (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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