Energie

Aurora-Experte Koenig: Strompreise erreichen Vorkrisenniveau wohl erst 2029 oder 2030

Der hohe Gaspreis schlägt mittlerweile voll auf den Strommarkt durch, denn am Terminmarkt kostet eine Megawattstunde zur Lieferung im kommenden Jahr derzeit mehr als 150 Euro: Das ist fast doppelt so viel wie noch zu Beginn des Jahres. Energieökonomen bezweifeln jedoch, dass steigende Erneuerbaren-Anteile am Strommix die Preise rasch senken werden: „Selbst wenn wir irgendwann bei 90 Prozent Erneuerbaren-Anteil angekommen sind, werden Gaskraftwerke immer noch in mehr als der Hälfte der Stunden den Preis am Strommarkt setzen“, sagte Hanns Koenig vom Beratungsunternehmen Aurora Energy Research, das auf Strommarktmodellierung spezialisiert ist, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Er erwarte erst für die Jahre 2029 oder 2030 eine Normalisierung der Strompreise auf Vorkrisenniveau, sprich 75 bis 80 Euro. Der Gaspreis könnte ihm zufolge bis dahin wieder auf 30 Euro fallen, das wäre der Preis von vor der Energiekrise 2022. Hintergrund ist, dass Kraftwerke am Strommarkt nach ihren variablen Erzeugungskosten sortiert und eingesetzt werden („Merit-Order“). Das letzte Kraftwerk, das zum jeweiligen Zeitpunkt benötigt wird, um die Nachfrage zu decken, setzt den Preis – und das sind trotz steigender Erneuerbaren-Anteile immer noch oft Gaskraftwerke.

SPD und Grüne fordern als Mittel gegen steigende Strompreise immer wieder den Ausbau erneuerbarer Energien. „Wir müssen die Stunden, in denen fossile Kraftwerke benötigt werden, so gering wie möglich halten, um diesem preistreibenden Effekt wirksam entgegenzuwirken. Die aktuellen Kriege und ihre Auswirkungen auf die fossilen Ressourcenmärkte sind neuerlicher Beweis für den drängenden Handlungsbedarf im Umstieg auf erneuerbare Energien“, sagte die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

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Der energiepolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Michael Kellner, kritisierte nicht nur die bislang ausgebliebene Senkung der Stromsteuer, sondern auch, dass die Bundesregierung den Zuschuss zu den Netzentgelten um eine Milliarde Euro reduziere und so die energieintensive Industrie weiter belastet habe.

Foto: Strommast (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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