Politik

Bartsch: Tabaksteuer-Panne ist „Dilettantismus“

Der Obmann der Linken im Haushaltsausschuss des Bundestags, Dietmar Bartsch, macht Finanzminister Lars Klingbeil persönlich für die Panne bei der Erhöhung der Tabaksteuer verantwortlich.

Tabaksteuer-Panne macht Lars Klingbeil zur Lachnummer

Er würde nicht nur von einem handwerklichen Fehler sprechen, sondern das sei schlicht „Dilettantismus“, sagte Bartsch dem Fernsehsender „Welt“. Wenn man nicht mal wisse, dass das Gesetz mit Verkündung in Kraft sei und dann solche Fehler im Finanzministerium mache, spreche das vor allen Dingen gegen den Chef, und das sei Lars Klingbeil. Bartsch weiter: „Das ist einfach inakzeptabel. Und da sage ich nur: Regieren muss auch gelernt sein.“

Das Gesetz zur Anhebung der Tabaksteuer war gestern veröffentlicht worden. Eigentlich sollen die Steuersätze erst ab 2027 steigen – fälschlicherweise wurde es aber bereits ab dem heutigen Tag in Kraft gesetzt. Mit größeren Auswirkungen wird zunächst nicht gerechnet, da das Finanzministerium eine Korrektur plant.

ARKM.marketing
     


Finanzpolitisch auf der Intensivstation

Für Bartsch steht die Steueroffensive der Bundesregierung allerdings ohnehin im Widerspruch zu den Versprechen vor der Wahl, mit denen zumindest die Union Steuererhöhungen und Neuverschuldung eigentlich ausgeschlossen habe. Nun reagiere die Regierung mit den Steuern auf das aktuelle „finanzpolitische Desaster“, so Bartsch. „Selbst wenn es bei der Steuerschätzung ein leichtes Plus geben sollte – Deutschland befindet sich finanzpolitisch auf der Intensivstation. Und – das ist ein Riesenfehler – jetzt versucht man das über Plastiksteuer, Tabaksteuer und so weiter.“

Durch das aus seiner Sicht „teuer erkaufte“ leichte Anspringen der Konjunktur würden die Möglichkeiten zum Aufnehmen weiterer Schulden haushaltsrechtlich sogar noch zusätzlich begrenzt, warnte Bartsch. „Das wird dazu führen, dass es beim Haushalt einige Löcher zu schließen geben wird. Und da bin ich sehr gespannt, wie die Koalition das macht. Das über die Tabaksteuer, über ähnliche Dinge zu machen, das wird nicht funktionieren. Ich sehe am Horizont weiterhin die Drohung einer Mehrwertsteuererhöhung. Das würde ich als eine Katastrophe empfinden“, so Bartsch.

Foto: Dietmar Bartsch (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

Zeige mehr
     


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich willige ein, dass meine Angaben aus diesem Kontaktformular gemäß Ihrer Datenschutzerklärung erfasst und verarbeitet werden. Bitte beachten: Die erteilte Einwilligung kann jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@sor.de (Datenschutzbeauftragter) widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Schließen

Werbeblocker erkannt!

Werbeblocker erscheinen auf den ersten Blick praktisch, weil sie störende Anzeigen ausblenden. Doch viele Internetseiten finanzieren sich ausschließlich durch Werbung – das ist oft die einzige Möglichkeit, die Kosten für Redaktion, Technik und Personal zu decken. Wenn Nutzer einen Werbeblocker aktivieren, entziehen sie der Seite diese wichtige Einnahmequelle. Die Folge: Verlage und Webseitenbetreiber verlieren  Einnahmen, die oft sogar die Gehälter ganzer Teams oder Redaktionen gefährden. Ohne Werbeeinnahmen fehlen die Mittel, um hochwertige Inhalte kostenlos anzubieten. Das betrifft nicht nur große Medienhäuser, sondern auch kleine Blogs, Nischenportale und lokale Nachrichtenseiten, für die der Ausfall durch Werbeblocker existenzbedrohend sein kann. Wer regelmäßig eine werbefinanzierte Seite nutzt, sollte sich bewusst machen, dass der Betrieb und die Pflege dieser Angebote Geld kosten – genau wie bei einer Zeitung oder Zeitschrift, für die man selbstverständlich bezahlt. Werbeblocker sind daher unfair, weil sie die Gegenfinanzierung der Verlagskosten und Personalgehälter untergraben, während die Inhalte weiterhin kostenlos genutzt werden. Wer den Fortbestand unabhängiger, kostenloser Online-Inhalte sichern möchte, sollte deshalb auf den Einsatz von Werbeblockern verzichten oder zumindest Ausnahmen für seine Lieblingsseiten machen. Wenn Sie unsere Seite weiterhin lesen möchten, dann seien Sie fair! Danke.