Von 5 Millionen auf 18,5 Millionen Menschen – Es geht um die Anzahl der Beschäftigten im deutschen Industriesektor. Diese Zahlen erscheinen fast unwirklich, sind aber Realität. Im Zuge der Industriellen Revolutionen hat sich in den letzten 140 Jahren die Zahl der Beschäftigten fast vervierfacht. Standen 1870 etwa 4,8 Millionen Arbeiter an den mechanischen Produktionsanlagen, die durch Wasser- oder Dampfkraft betrieben wurden, sind es heute im Zeitalter von Industrie 4.0 etwa 18,5 Millionen Menschen, die in diesem Sektor tätig sind.

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Industrie 4.0 – Flexibel, modern und individuell

Die technischen Entwicklungen der zweiten und dritten Industriellen Revolution (1910 und 1970) haben den Weg freigemacht für eine flexible Produktion, die auf die exakten Bedürfnisse des Marktes zügig reagieren kann. Waren die Einführung der Massenproduktion am elektronisch betriebenen Fließband und der Einsatz von Elektronik und IT einst Fortschritt, setzt man heute auf Cyber-Physische-Systeme (CPS). Die Waren werden nicht mehr vorproduziert und bis zum Verkauf eingelagert, sondern auf Abruf hergestellt. Wenn die Nachfrage da ist, wird das Produkt produziert. Das spart Geld und schon die Umwelt.

In der Produktion bilden sich so neue Grundlagen heraus. Um möglichst flexibel und optimal produzieren zu können, müssen alle Produkte und Maschinen miteinander vernetzt werden. Durch diese weitest gehende Vernetzung und Digitalisierung, kehrt man einer zentralen Produktionsplanung den Rücken. In Form von Strichcodes, Minichips oder Funkmodulen sind alle Produktionsgüter mit dem Internet verbunden und können über Apps gesteuert werden. Der neue Tablet-PC baut sich quasi nach Kundenwunsch selbst.

Planung der „Digitalen Fabrik“

Die intelligente Fabrik ist daher ein wichtiger Aspekt für ein Unternehmen, seine Wachstumschancen zu erhöhen. Eine solche Smart Factory ist flexibel, liefert qualitativ hochwertige Produkte, ist effektiv und kann kundenindividuell fertigen. Der Weg bis zur vollständig vernetzten intelligenten Fabrik ist jedoch noch lang. Es führt aber auf lange Sicht kein Weg daran vorbei. Eine 3D-Prozessvisualisierung hilft schon jetzt bei der genauen Planung, um die Effizienz, Sicherheit und Produktion eines Unternehmens zu steigern. Ziel einer solchen Simulation ist es, die Energiekosten und Stückpreise niedrig zu halten und die Fabrik ressourcenschonend arbeiten zu lassen.

Teamarbeit in der Smart Factory – „Personal 4.0“

Die Smart Factory wird aber dennoch kein menschenleeres Unternehmen sein. Die historische Entwicklung hat gezeigt, dass immer qualifiziertes Personal benötigt wird, um die Maschinen zu betreiben. Der technische Fortschritt ist bei Weiten noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem sich Maschinen komplett allein weiterentwickeln können. Der Mensch nimmt am Produktionsprozess nach wie vor aktiv teil. Allerdings wird sich die Zusammensetzung des Personals verändern. Fast alle Bereiche der technischen Industrieberufe werden vertreten sein und in engem Kontakt zueinander stehen. Um flexibel und effektiv zu bleiben, wird das Zusammenarbeiten verschiedenster Fachrichtungen in den Mittelpunkt treten müssen.

Die Entwicklung zur Industrie 4.0 ist eine Infografik von www.tarakos.de

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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