Wirtschaft

Henkel-Chef Carsten Knobel fordert Reformen

"Nicht schon wieder in unnützen Diskussionen verlieren"

Henkel-Chef Carsten Knobel hat die Bundesregierung zu Reformen aufgerufen. „Wir haben jetzt vier, fünf Jahre ohne Wachstum, das müssen wir gemeinsam ändern“, sagte Knobel dem Focus anlässlich des 150. Henkel-Jubiläums mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als Festredner am Freitag. „Wir dürfen uns nicht schon wieder in unnützen Diskussionen verlieren, sondern müssen beschlossene Reformen auch umsetzen.“

Henkel-Chef Carsten Knobel fordert Reformen

Deutschland zeichne noch immer eine hohe Innovationsfähigkeit aus, Technologieführerschaft in vielen Bereichen und eine gute Ausbildung. „Aber wir brauchen Reformen und bessere Rahmenbedingungen: verlässliche und bezahlbare Energie zum Beispiel. Auch weniger Bürokratie. Dann haben wir wieder Chancen als eine starke Volkswirtschaft, geprägt von einer gesunden Mischung mit großen Konzernen, einem starken Mittelstand und erfolgreichen Familienunternehmen“, so der Henkel-Chef weiter.

Fritz Henkel würde heute wieder in Deutschland gründen, sagte der aktuelle Henkel-Chef über den Gründer des Konzerns. „Wenn Fritz Henkel heute hier säße, würde er vermutlich wieder etwas entwickeln, das den Alltag der Leute besser und einfacher macht. Ein Fritz Henkel würde sich heute sehr intensiv mit KI-Themen beschäftigen, mit nachhaltigen Materialien, mit Kreislaufwirtschaft“, so Knobel.

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Zudem warnte er vor einem Zulauf zur AfD. „So entwickeln wir das Land nicht weiter. Das sollte jeder an der Wahlurne bedenken“, sagte der Henkel-Chef. Der Aufschwung der Rechtspopulisten gefährdet nach seinen Worten den Wohlstand in Deutschland. „Wir haben in Deutschland über Jahrzehnte alle profitiert von Meinungsfreiheit und Weltoffenheit. Diese Werte sollten wir uns bewahren. Wenn eine Partei den Austritt aus dem Euro, den Abbau von Windrädern und ähnliches fordert, kann das nicht im Interesse einer langfristig wachstumsorientierten Wirtschaft sein“, sagte Knobel dem Focus.

Foto: Carsten Knobel (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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