Wirtschaft

Deutsche Bahn: Neuer Markenauftritt erntet harte Kritik der Belegschaft

Der neue Markenauftritt der Deutschen Bahn sollte Aufbruchsstimmung vermitteln, doch intern sorgt der Relaunch für heftigen Gegenwind. Statt eines neuen Designs fordern viele Beschäftigte der Deutschen Bahn vielmehr Investitionen in den Kernbetrieb: funktionierende Züge.

Ein aktueller Bericht des Handelsblatts offenbart, dass der neue Markenauftritt der Deutschen Bahn (DB) in der eigenen Belegschaft auf breiten Widerspruch stößt. In den 17 Tagen nach der internen Bekanntgabe sammelten sich im DB-Intranet über 480 Kommentare und Antworten an – diese fallen laut dem Bericht weit überwiegend kritisch aus.

MarkenDas steckt hinter dem Relaunch der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn hatte ihr neues Erscheinungsbild offiziell am 1. September der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Zentrum der Kampagne steht die neue Markenpersönlichkeit „Die Macher:innen“, mit der gezielt die eigenen Beschäftigten in den Fokus gerückt werden sollen.

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Bereits am 25. August kündigte Kommunikationschef Jens-Oliver Voß das Rebranding intern an. Die Botschaft: Man wolle sich von der Vergangenheit lösen und zu einer Deutschen Bahn werden, auf die Mitarbeiter und Kunden wieder stolz sein können. Der neue Markenauftritt solle dem internen Wandel „ein Gesicht“ geben. Ein weiteres Argument des Konzerns: Ein einheitliches Design werde künftig „dramatisch die Kosten“ senken.

Mitarbeiter der Deutschen Bahn fordern: „Funktionierende Züge, kein Redesign“

Die versprochene Aufbruchsstimmung verfehlte im Intranet jedoch offenbar ihr Ziel. Der Widerspruch der Bahn-Beschäftigten folgte prompt. Noch am Vormittag der Ankündigung bezweifelte ein Mitarbeiter öffentlich, dass das neue Design tatsächlich Kosten einsparen würde.

Besonders treffend formulierte ein Beschäftigter aus der Marketing-Abteilung der Deutschen Bahn den Frust vieler Kollegen: Man brauche in erster Linie „funktionierende Züge, kein weiteres Redesign“. Die Kritik zeigt deutlich, dass das Personal der Deutschen Bahn operative Verbesserungen im Schienennetz höher priorisiert als kosmetische Veränderungen am Markenimage.

Was kostet das neue Image der Deutschen Bahn?

Wie viel Budget die Deutsche Bahn für den neuen Markenauftritt in die Hand genommen hat, bleibt unklar. Auf Nachfrage nennt der Konzern keine konkreten Zahlen und spricht intern lediglich davon, dass das Design für „sehr schlankes Geld“ entwickelt worden sei.

Ein Blick in die jüngste Vergangenheit zeigt jedoch, dass die DB durchaus hohe Summen in ihr Image investiert: In den vergangenen drei Jahren wies die Deutsche Bahn insgesamt 386 Millionen Euro für Werbung und Verkaufsförderung aus.

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