Politik

Deutsche Ex-Botschafterin Emily Haber rechnet mit Präsidentschaftskandidatur von Vance

Die frühere deutsche Botschafterin in Washington, Emily Haber, rechnet damit, dass US-Vizepräsident JD Vance bei den Präsidentschaftswahlen 2028 antreten wolle. Das sei klar, sagte Haber dem „Focus“.

Er werde nur größte Schwierigkeiten haben, sich vom Präsidenten abzusetzen. Vance könne keine Distanz zur Regierung schaffen und habe nicht die Möglichkeit, das Kabinett zu verlassen, wie das zum Beispiel Außenminister Marco Rubio könnte.

Die Demokraten haben bei den Midterms den deutlichsten Sieg seit 1974 errungen. Die Aussage des Vizepräsidenten, dass man aufgrund des Iran-Krieges die Wahl verloren habe, ordnet Haber als Versuch ein, die Abkehr großer Wählergruppen, die 2024 noch Trump gewählt hätten, auf eine einzige Ursache zu reduzieren. Auf den ersten Blick sehe das wie eine Distanzierung vom US-Präsidenten aus, sagte sie. Wer die Niederlage jedoch ausschließlich an einem Thema festmache, wolle anderes ausblenden: die Perzeption der wirtschaftlichen Lage, die Inflation, die Hypothekenzinsen, die Korruption, die Selbstbereicherung. Es sei also keine echte Distanzierung, zumal Trump ihm nicht widersprochen habe.

Haber erklärt die Zurückhaltung von Präsident Donald Trump gegenüber dem Wahlergebnis damit, dass er Königsmacher bleiben wolle. Er habe ein Interesse daran, dass sich die Partei unter künftiger Führung nicht gegen ihn und seine Familie wende, sagte sie. Deswegen sei Loyalität der entscheidende Maßstab, nicht Erfolg. Straffreiheit werde er sich zweifellos selbst zusichern.

Foto: JD Vance (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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