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Top und Flop der deutschen Politprominenz

Experte & Rhetoriktrainer Jürgen Hall aus Berlin nimmt die Politprominenz genau unter die Redelupe:

Beste Redner

Herr Jürgen Hall - Quelle: Borgmeier Media Gruppe GmbH
Herr Jürgen Hall – Quelle: Borgmeier Media Gruppe GmbH

Platz 1) Gregor Gysi

„Linke-Fraktionschef Gysi gehört zu den besten Redner auf der deutschen Politbühne – wenn er nicht vom Blatt abliest! Denn dann gleicht seine Rede qualitativ eher der von Angela Merkel. Seine Stärke liegt ganz klar in der freien Rede. Der 67-Jährige bietet durch eingestreute Anekdoten, gut verständliche Metaphern und Humor einen hohen Unterhaltungswert! Kleiner Kritikpunkt: In seinen Reden beugt er sich dem Genderwahn. Denn nicht nur bei der Begrüßung und Anrede verwendet er stets sowohl die männliche als auch weibliche Form aller Personen- und Berufsbezeichnungen, dies durchzieht auch seine komplette Rede. Dadurch geraten seine Zuhörer manchmal an die Grenzen der Belastbarkeit.“

Link: https://www.youtube.com/watch?v=LyQPd4SM6W0

Platz 2) Winfried Kretschmann

„In seiner kulant-freundlichen Art erreicht Baden-Württembergs Ministerpräsident seine Zuhörer. Herr Kretschmann würzt seine Reden mit einer Prise schwäbischer Mundart und Humor, das kommt an! Zudem spricht er frei von der Leber weg, das wirkt glaubwürdig. Außerdem versteht er es, die richtigen Worte zu betonen, um somit den erwünschten Effekt bei den Hörern zu packen. Seine Stimme nutzt er routiniert zur Modulation (Variation), um seine Aussagen zu verstärken. Er hat die Bedeutung der allgemeinen und spezifischen Redeabsicht verstanden und nutzt sie in seinen Reden. Nicht immer angebracht und passend ist die Verwendung von Hyperbeln, also Übertreibungen, allerdings erzielen sie durchaus ihre Wirkung. Ein wahres Naturtalent!“

Link: https://www.youtube.com/watch?v=TxpU83kQqfs

Platz 3) Friedrich Merz

„Ein brillanter Redner! Der CDU-Politiker spricht sehr klar und deutlich und versteht seine Stimme klug einzusetzen. Mit festem Blick zu seinen Zuhörern nutzt er geschickt Stilmittel, wie rhetorische Fragen, Wortspiele und Aufzählungen, was ein grundlegendes Verständnis dieser Redekunst voraussetzt.“

Link: https://www.youtube.com/watch?v=cuTMlU5fris

Platz 4) Sahra Wagenknecht

„Ebenfalls zu den guten Rednern zähle ich definitiv die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Frau Wagenknecht. Sie nutzt meisterlich eine bildhafte Sprache und arbeitet mit allen möglichen rhetorischen Stilmitteln. In ihren Reden wirkt sie sehr kraftvoll, kämpferisch und erzeugt Emotionen. Zudem verfügt sie über ein gutes Gespür für Betonung.“

Link: https://www.youtube.com/watch?v=C__tQTHo8K8

Platz 5) Horst Seehofer

„Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer arbeitet gerne mit Wortspielen als rhetorisches Stilmittel und versteht darüber hinaus die Bedeutung einer guten, schlagkräftigen Einleitung. Er spricht sehr bildhaft und nutzt Steigerungen wie ‚jeden Tag, jede Stunde, jede Minute‘ in seinen Reden. Zudem schlägt er gerne von der Vergangenheit in die Gegenwart Brücken, Beispiel ‚Strauß und Facebook‘. Nutzt versiert das Element der Provokation in seinen Reden, ruft zur Handlung auf und hat ganz klar die ‚Redeabsicht‘ verstanden.“

Link: https://www.youtube.com/watch?v=4hJCpVHbask

Schlechteste Redner:

Platz 1: Katrin Göring-Eckardt

„Allen Zuhörern gerecht werden zu wollen, führt dazu, dass sich niemand angesprochen fühlt. Das passiert der Grünen-Politikerin leider sehr oft. Passive Satzkonstruktionen und indirekte Rede zeigen beim Zuhörer keine Wirkung. Auf den Punkt gebracht könnte man auch sagen: Keine Begeisterung, keine Emotionen, keine Reaktionen bei den Zuhörern! Für mich gehört sie definitiv auf den ersten Platz der schlechtesten Redner!“

Link: https://www.youtube.com/watch?v=iWji7eoqerE

Platz 2: Edmund Stoiber

„Das Motto von Franz Josef Strauß – ‚Einfach reden, aber kompliziert denken‘ – gilt leider nicht für Edmund Stoiber. Bei dem CSU-Politiker trifft eher die Devise ‚kompliziert denken und sprechen‘ zu. Der Klassiker: die Transrapid-Rede, die durch die Medienlandschaft rauschte und für Spott und Hohn sorgte. Durch seine komplizierte Sprache und die große Anzahl seiner Verzögerungslaute, überwiegend ‚äh‘, verhindert er einen verständlichen Redefluss und erreicht seine Zuhörerschaft nicht. Ein absoluter Ohrenkiller!“

Link: https://www.youtube.com/watch?v=f7TboWvVERU

Platz 3: Frank-Walter Steinmeier

„Ebenfalls zu den schlechten Rednern gehört für mich ganz klar Frank-Walter Steinmeier. Gelegentlich klingen seine Wortendungen vor Pausen kitschig und teilweise melodramatisch, da fehlt einfach eine kraftvolle Aussage! Leider nutzt er nur in Ansätzen das eigentliche Potenzial seiner Stimme, ebenso ist seine Körpersprache wenig überzeugend. Insgesamt wirkt er wie ein Sachbearbeiter, der die neuesten Arbeitslosenzahlen verkünden darf.“

Link: https://www.youtube.com/watch?v=dyyS1iRtgm8

Platz 4: Sigmar Gabriel

„In seinem Arbeitszeugnis würde stehen: ‚Er war stets bemüht‘. Der SPD-Vorsitzende versucht mit seinen Sprüchen jovial zu wirken, das alleine genügt allerdings nicht, um ein guter Redner zu sein. Bei ihm ist typisch, dass er gerne mit eingeschobenen und komplizierten Relativsätzen arbeitet. Dadurch werden seine Reden eher unverständlich. Zudem liebt er das Indefinitpronomen ‚man‘. Doch wer bitte ist ‚man‘? Das Ergebnis seiner Reden: Er wurde abgewählt!“

Link: https://www.youtube.com/watch?v=f4AlPVTa2Q8

Platz 5: Angela Merkel

„Ihr fehlt leider absolut das Gespür für die richtige Betonung von Wörtern. Zwar beherrscht sie perfekt den Umgang mit dem ‚wir‘, aber tatsächlich ist es ein extensives ‚wir‘. Das bedeutet, es ermöglicht dem Sprecher, sich einer beliebigen Gruppe anzuschließen, auch wenn er nichts mit ihr zu schaffen hat. Bestes Beispiel: „Wir sind Papst“. Damit erreicht Frau Merkel die beabsichtigte Wirkung der Verschleierung mit gleichzeitigem Wohlfühlfaktor. Darüber hinaus neigt sie in ihren Reden zu umständlichen Satzkonstruktionen, die zu lang, zu kompliziert und zu unverständlich sind. Somit fehlt die Kraft und Wirkung in ihren Reden. Im Kern heißt das: Viele Fakten – wenig Emotionen. Tipp: Frau Merkel sollte ein paar Wort-Bilder schaffen, die in den Köpfen hängen bleiben.“

Link: https://www.youtube.com/watch?v=q3AN-Tq70sk

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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