Dortmund. Thyssengas will mit einem Test den künftigen Bedarf an Transportkapazitäten für eine Erdgasleitung vom niedersächsischen Emden über das westfälische Werne bis ins belgische Eynatten ermitteln. Sollte der Marktest die derzeitigen Prognosen bestätigen, schließt sich ein sogenanntes Open-Season-Verfahren zur verbindlichen Bedarfsermittlung an, wie die RWE-Tochter am Freitag in Dortmund mitteilte. Die Ergebnisse dieser Marktuntersuchungen sollen die Basisdaten für einen geplanten Netzausbau in Niedersachsen und NRW liefern, wie es hieß.

Die Thyssengas GmbH reagiert mit dem Test auf die Markterwartung, wonach der Transportbedarf insbesondere für neue Kraftwerke und Erdgasspeicherkapazitäten steigt und die Gasversorgung sich mehr und mehr auf Importe aus Ländern außerhalb der EU konzentrieren wird. Dabei soll verstärkt Erdgas aus Osteuropa und dem asiatischen Raum nach Westeuropa importiert werden.

«Wir beabsichtigen den Bau einer Pipeline, die eine Anbindung zu weiteren Transportsystemen schafft und so die direkte Verbindung zu den norwegischen sowie indirekt zu den russischen und möglicherweise künftig auch zentralasiatischen Gasfeldern verbessert. Dazu planen wir eine rund 520 Kilometer lange leistungsstarke Erdgastransportleitung mit einer jährlichen Transportkapazität von etwa acht Milliarden Kubikmetern, durch die Nordwestdeutschland, die Niederlande und auch Belgien besser angebunden werden», sagte der Vorsitzende der Thyssengas Geschäftsführung, Klaus Homann. Bis Ende 2015 sollten rund 1,3 Milliarden Euro investiert und das Netz in der Region ausgebaut werden.

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