Politik

Gebäudereiniger setzen sich für die Abschaffung von 450-Euro-Jobs ein

Aktuell ist ein Großteil der Gebäudereiniger auf 450-Euro-Basis tätig. Diese Form der Arbeit bietet zwar beispielsweise steuerlich viele Vorteile, ist aber auch ein Teufelskreis. Der Grund ist die Verdienstobergrenze. Es gibt relativ regelmäßig eine Tarifsteigerung für diese Berufsgruppe. Das Ungünstige daran ist die Verkürzung der Arbeitszeit, die sich daraus unfreiwillig für die Arbeitgeber ergibt.

Für die Abschaffung der Verdienstobergrenze setzt sich die Bundesinnung der Gebäudereiniger ein. Im Januar 2020 ist der Mindestlohn auf 10,80 Euro pro Stunde gestiegen. Die Einkommensgrenze der 450-Euro-Jobs wurde allerdings seit Beginn 2013 nicht mehr erhöht. Rechnet man das mit dem Stundenlohn dagegen, ergeben sich 15 Minuten mehr Freizeit pro Woche. 100.000 Beschäftigte haben auf diese Weise zwar mehr Freizeit, können allerdings davon auch nicht besser die Miete oder ihren Wocheneinkauf bezahlen. Durch Tariflohnerhöhungen ergeben sich also unter dem Strich Einbußen für die Minijobber.

In Deutschland gibt es aktuell 700.000 Gebäudereiniger. Etwa jeder Dritte davon ist auf Minijob-Basis tätig. Diese Informationen stammen von der Innung für Gebäudereiniger. Für die Anhebung der Einkommensgrenze haben sich bereits mehrere Parteien eingesetzt.

Der Weg zum Gebäudereiniger

Gebäudereiniger ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Mit einer Ausbildungsdauer von drei Jahren durchläuft man eine klassische duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Sie sind in Bürogebäuden und Krankenhäusern tätig. Sie reinigen aber auch Fassaden und Glasdächer.

Quelle: jackmac34 / pixabay.com

Gebäudereiniger sind immer in Bewegung und sammeln beispielsweise Abfälle in Verkehrsmitteln ein. Sie können aber auch in der Lebensmittelproduktion oder in Schwimmbädern arbeiten. Um Gebäudereiniger zu werden, ist ein klassischer Hauptschulabschluss notwendig. Reinigungsfirmen, in denen Gebäudereiniger tätig sein können, sind häufig KMUs wie die GGH Münster GmbH. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 24 Mitarbeiter und betreut 164 Kunden im Raum Münster und ist dabei ein klassisches Beispiel für einen Arbeitgeber für Gebäudereiniger.

Gebäudereiniger sollten sorgfältig und umsichtig arbeiten, außerdem schwindelfrei sein und über ein gewisses handwerkliches Geschick verfügen. Die wichtigsten Schulfächer für sie sind Mathematik und Physik. Mit der Mathematik kann der Bedarf an Reinigungsmitteln berechnet werden. Auch bestimmte Flächen lassen sich mit mathematischen Grundkenntnissen einfach berechnen. Die Physik hilft dabei, die Wirkungsweise verschiedener Reinigungsmittel feststellen zu können. Innerhalb ihrer Ausbildung verdienen Gebäudereiniger zwischen 700 und 1.000 Euro.

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Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Mittelstand-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in Bergneustadt und ist unter Tel. 02261-9989-885 bzw. Mail: [email protected] für unsere Leser erreichbar.
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