Politik

Nach FCAS-Aus: Pistorius plant Richtungsentscheidung für neuen Kampfjet im ersten Quartal 2027

Nach dem Aus für den gemeinsamen Kampfjet im deutsch-französischen FCAS-Projekt kündigt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) eine Richtungsentscheidung über eine Alternativlösung für Deutschland bis Ende März 2027 an.

Dass Deutschland selbst den Bau eines neuen Kampfflugzeugs in der Führungsrolle übernimmt, schloss Pistorius gegenüber der Funke-Mediengruppe aus. Er habe großes Interesse daran, dass die deutsche Luftfahrtindustrie bei dem Projekt eine Rolle spiele. Allein könne sie das aber nicht stemmen, das sagten die Unternehmen selbst, sagte Pistorius. Auf dem Tisch lägen zwei Optionen – eine Beteiligung am Global Combat Air Programm von Briten, Italienern und Japanern. Da seien sie in Gesprächen, berichtete der Minister. Sie müssten zum Beispiel prüfen, ob eine Beteiligung Deutschlands zu einer größeren Zeitverzögerung führen könnte, die für alle Beteiligten kaum akzeptabel wäre. Als zweite Option könnte Airbus gemeinsam mit anderen europäischen Partnern ein eigenes Projekt für den Anfang der 40er-Jahre entwickeln. Eine Richtungsentscheidung solle im ersten Quartal nächsten Jahres fallen.

Pistorius sagte mit Blick auch auf Diskussionen über das deutsch-französische Panzerprojekt, gemeinsame Rüstungsvorhaben mit Frankreich seien weiter möglich, müssten aber anders aufgesetzt werden als bisher. Darum gehe es jetzt für die kommenden „wichtigen gemeinsamen Vorhaben“, so der Minister. Sie seien eng beieinander und bezögen Frankreich beim Projekt mit den Briten für präzise Langstreckenwaffen mit ein. Sie arbeiteten auch bei Weltraum-Vorhaben „sehr eng zusammen“, etwa wenn es um ballistische Frühwarnung gehe. Kooperationsfelder gebe es genug, aber die Rahmenbedingungen hätten sich geändert.

Foto: Bewaffnung unter einem Kampfjet (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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