Politik

BDI-Hauptgeschäftsführerin Gönner warnt vor Stopp der Sozialreformen und beunruhigender Zahl von Betriebsschließungen

Die Industrie hat Union und SPD zum Festhalten an den Reformen bei Rente, Gesundheit und Pflege aufgerufen. „Die Reformen sind Bedingung dafür, dass Deutschland wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad kommt. Deswegen würde es ein bitteres Ende nehmen, wenn die Reformen gestoppt oder verwässert werden sollten“, sagte Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitagsausgabe).

BDI-Hauptgeschäftsführerin Gönner warnt vor beunruhigender Zahl von Betriebsschließungen

Mit Blick auf den wachsenden Unmut in der Bevölkerung sagte Gönner, der Einzelne nehme die eigene Belastung wahr und sehe nicht, dass durch die Änderungen erhebliche künftige Belastungen für alle verhindert würden. „Bei Gesundheit und Pflege musste wirklich schnell gehandelt werden, um Beitragssprünge abzuwenden“, so die BDI-Hauptgeschäftsführerin weiter. Halte die Regierung nicht den Kurs, dann drohe ein Teufelskreis: „Steigende Kosten für Rente, Pflege und Gesundheit schwächen die Wettbewerbsfähigkeit. Gibt es mehr Arbeitslose, wird der Sozialstaat noch teurer. Darum ist Wachstumspolitik nicht nur für Unternehmer wichtig, sondern für alle“, so Gönner.

Die deutlich nach oben korrigierten Wachstumsprognosen sind für den BDI noch kein Grund zum Aufatmen.

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„Wir sehen nicht, dass die Talsohle erreicht wäre. Es gibt sogar eine andere Entwicklung: Eine Vielzahl von mittelständischen Unternehmen schließt einfach den Betrieb zu„, sagte Gönner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Da werde keine Insolvenz angemeldet. „Da geht es direkt in die Liquidation. Das kannten wir bislang nicht. Und das ist wirklich beunruhigend, denn da geht industrielle Substanz verloren, für immer“, so die BDI-Hauptgeschäftsführerin.

Foto: Tanja Gönner (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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