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Online bestellen statt Schlange stehen – warum immer mehr Menschen online Lebensmittel kaufen

Wenn Menschen für Bücherbestellungen nicht mehr das Haus verlassen müssen und sich Filme einfach auf den Fernseher streamen, ist es da noch zeitgemäß, in den Supermarkt zu gehen? Immer mehr Supermärkte haben das Bedürfnis und den Wandel in Arbeitszeiten längst erkannt und liefern ihren Kunden das Essen bis an die Türe. Und die treffen den Nerv der Zeit.

Mehr Zeit für das Wesentliche, weniger Zeit zum Einkaufen

Foto: pixabay.com

Noch vor wenigen Jahrzehnten waren die Rollen klar verteilt. Während der Mann täglich zur Arbeit ging, kümmerte die Frau sich um den Haushalt und nutzte den Tag auch zum Einkaufen.
Inzwischen jedoch sind Frauen wie Männer berufstätig und immer mehr Beschäftigungen fordern flexible Arbeitszeiten. Dass Supermärkte in den letzten Jahren ihre Öffnungszeiten immer wieder angepasst haben, ist schließlich ein klares Zugeständnis an diese Veränderung.
 Im Schnitt kommen Deutsche auf 167,4 Einkäufe (in Supermärkten und Drogerien – 2016) im Jahr. Trotz leicht gesunkener Zahlen seit 2012 ist dies immer noch ein Einkauf alle zwei bis drei Tage. In urbanen Gebieten, in denen auch das eigene Auto immer seltener wird, fehlt schließlich auch die Transportfähigkeit für einen prall gefüllten Kühlschrank.
 Diese Lücke schließen nicht nur die großen Supermärkte mit eigenen Lieferdiensten, sondern auch auf den Onlinehandel spezialisierte Anbieter wie Allyouneedfresh.



Ein lukrativer Markt mit Vor- und Nachteilen für Kunden

Lebensmittel lassen die Deutschen sich jedes Jahr etwa 170 Milliarden Euro kosten, der Online-Einkauf ist aber nur bei etwa einem Prozent wirklich angekommen. Das Wachstumspotential ist entsprechend groß und der Mehrwert für die Kunden liegt auf der Hand.
 Es müssen keine Umwege zum Supermarkt gemacht werden und es lässt sich viel besser planen. Einkäufe können in der Bahn mit dem Smartphone oder daheim vom Sofa aus erledigt werden. Und bargeldloses Zahlen ist natürlich auch kein Problem. 
Ein Manko ist für viele Kunden die mangelnde Nähe zum Produkt. Bei Gütern wie frischem Fleisch, Obst oder Gemüse. Der prüfende Blick vor dem Kauf fällt hier weg. Stattdessen müssen die Märkte das in sie gesetzte Vertrauen nachträglich verdienen. 
Solche Bedenken müssen Kunden bei abgepackten Artikeln und Gütern natürlich nicht haben. Hier können auch skeptischere Kunden problemlos zugreifen. Und dass müßiges Schleppen und Anstehen an den Kassen wegfällt, dürfte jeden Kunden erfreuen.

Ein System mit vielen Herausforderungen und hohem Mehrwert

Einer besonderen Herausforderung müssen sich die Lebensmittellieferanten natürlich logistisch stellen. Denn während es für Kunden kein Problem darstellt, sich ihre Pakete beim Nachbarn oder der nächsten Packstation abzuholen, stellt das für frische Lebensmittel keine Alternative dar.

Das System funktioniert hier meist auch etwas anders als die klassische Paketzustellung, indem Kunden ein gewünschtes Lieferzeitfenster angeben, in dem sie zuhause sind. Das ist für die Kunden natürlich bequem, aber für den liefernden Supermarkt ist die pünktliche Lieferung eine logistische Meisterleistung, die vor allem durch eine große Flotte gestemmt werden kann. 
Doch für Supermärkte und reine Online-Märkte rechnet sich die Investition, denn das Bestellen der Lebensmittel ist längst keine Domäne älterer Kunden mehr. Gerade die jüngere Generation greift lieber zum Tablet als zur Einkaufstausche. 
Warum schließlich soll der Kunde zum Supermarkt kommen, wenn der Supermarkt auch zum Kunden kommen kann?

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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