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Breitband-Internet in Deutschland

Breitband-Internet in Deutschland: Coronakrise zeigt wie wichtig schnelles Internet ist

Die Versorgung mit Breitband ist in Deutschland nach wie vor schlecht. In Zeiten der Digitalisierung sind Unternehmen aber auf schnelles Internet angewiesen. Gerade Mittelständer brauchen für das eigene Unternehmen schnelle Leitungen. Wie wichtig der Netzausbau ist, zeigt die Coronakrise.

Breitband-Unterversorgung trifft viele Unternehmen

Im Jahr 2018 zeigte eine Studie des Statistischen Bundesamts, dass nur 51 Prozent der Unternehmen in Deutschland einen Breitbandanschluss mit einer Übertragungsrate von mindestens 30 Mbit/s haben. Ein Jahr zuvor waren es noch 42 Prozent. Damit liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld. 2019 stieg der Anteil an Unternehmen mit schnellem Internet in Deutschland um 8 Prozentpunkte auf 59 %. Damit sind deutsche Unternehmen noch immer stark unterversorgt, wenn es um ortsfeste Breitbandverbindungen geht.

Es geht besser: 2019 belegten in der Europäischen Union Dänemark (87 %), Schweden (82 %) und die Niederlande (75 %) die besten Platzierungen. Wie wichtig ein schneller Internetzugang ist, zeigt die Coronakrise. Unternehmen rüsten auf und buchen immer schnellere Internetzugänge, um Mitarbeitern einen schnellen Zugang zum Firmennetz zu geben. Denn viele Betriebe mussten ihre Mitarbeiter ins Home-Office schicken. Damit Videokonferenzen flüssig laufen, sind diese auf schnelle Internetleitungen angewiesen.

“Wir haben in den Monaten März, April und Mai 2020 eine vermehrte Nachfrage nach Tarifen mit hohen Internetgeschwindigkeiten mit 100 Mbit/s und schneller festgestellt. Dabei mussten wir Kunden oftmals LTE als Alternative anbieten. Für das Home-Office ist der Internetzugang über den Mobilfunkstandard wegen der Volumenbegrenzung nicht die beste Wahl. Flatrate-Tarife über das Mobilfunknetz sind vergleichsweise teuer.”, so Tarifberater Konstantin Matern vom Breitband-Portal DSLregional.de.

Erfreulich ist, dass laut einer Studie vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) gigabitfähige Anschlussnetze im ersten Halbjahr 2020 um 5,5 Millionen steigen werden. Gigabit ist derzeit bei uns über die DOCSIS-3.1-Kabel- sowie FTTH-/FTTB-Glasfaseranschlüsse realisierbar. Rund 22 Millionen Anschlüsse sind dann gigabitfähig. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 33 Prozent.

Dabei entstehen die meisten neuen Gigabit-Anschlüsse auf Basis der Breitbandkabel-Infrastruktur (19,25 Millionen). Antreiber ist dabei nicht zwangsläufig die Telekom. Sie wird dann etwa 8 Prozent der Anschlüsse besitzen. Der Rest des Gigabit-Ausbaus geht auf Wettbewerber der Telekom zurück.

Video-Streaming lastet das Internet am meisten aus

Im Rahmen der Corona-Pandemie stieg auch die Auslastung der Netze. Im März 2020 reduzierten deswegen einige Dienste, wie Youtube, Amazon und Netflix, ihre Streaming-Qualität. Das wurde ihnen von der EU-Kommission vorgegeben, damit die Netze entlastet werden. Internetknotenbetreiber wie DE-CIX in Frankfurt am Main haben einen erhöhten Datenverkehr festgestellt. Warum? Viele Nutzer schauten während der Coronakrise von zu Hause aus mehr Videos, spielten mehr Online-Games und hielten mehr Videokonferenzen.

Wie der Branchenverband Bitkom in einem FAQ-Bereich mitteilt, entfällt der Großteil der Datennutzung in den Netzen auf Video-Streaming. 60 Prozent des Datenverkehrs machen Video-Streamingdienste aus. Für einfache E-Mails und Tools für die Zusammenarbeit seien nur kleine Bandbreiten notwendig und auch Videokonferenzen brauchen nur eine vergleichsweise langsame Internetgeschwindigkeit von 2 bis 8 Mbit/s, heißt es bei Bitkom.

Corona-Pandemie zeigt wie wichtig eine hohe Bandbreite für die digitale Welt ist

In den vergangenen Jahren sind vermehr regional tätige Infrastrukturanbieter in das Telekommunikationsgeschäft eingestiegen. Sie setzen vermehr auf den Glasfaserausbau – auch auf dem Land. Wie die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen, war die Entscheidung genau richtig. Durch die Covid-19-Pandemie zeigt sich noch früher als gedacht, wie wichtig hohe Bandbreiten sind, da in der heutigen Gesellschaft ein Großteil des öffentlichen Lebens über das Internet digital übertragen wird.

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