Osnabrück. Der Bundesverband deutscher Banken sieht im Gegensatz zu Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) keinen Anlass, dass Ende der Wirtschafts- und Finanzkrise auszurufen. Hauptgeschäftsführer Manfred Weber sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstagausgabe) laut Vorabbericht, die wirtschaftliche Entwicklung habe zwar überrascht, letztlich aber hänge der Aufschwung noch am Tropf des Staates und der Europäischen Zentralbank.

«Man sollte also, ohne schwarz zu malen, nicht zu früh Entwarnung geben», mahnte Weber. Zwar habe sich die Lage der deutschen Banken verbessert, weil unter anderem das Eigenkapital aufgestockt und höhere Standards im Risikomanagement eingeführt worden seien. Die Märkte würden sich aber erst dann wieder beruhigen, wenn die Politik die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte überzeugend angehe.

Weber begrüßte, dass die EU-Kommission noch im Sommer Pläne für EU-weite Einschränkungen bei ungedeckten Leerverkäufen vorlegen wolle. Leerverkäufe wirkten tendenziell der Bildung von Blasen entgegen. «Es kann also nur darum gehen, Exzesse durch geeignete Regeln auszuschließen, und zwar EU-weit, besser noch international», hob er hervor. Bei nationalen Alleingängen drohten nur Verlagerungen der Geschäfte an andere Finanzplätze. «Damit wäre aber für die Stabilität der Finanzmärkte nichts gewonnen», sagte Weber.

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