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Künstliche Intelligenz im Mittelstand

“Künstliche Intelligenz im Mittelstand: In 3 Schritten die ersten Hürden überwinden”

Immer häufiger stolpert man in angeregten Gesprächen mit Arbeitskollegen oder beim Schmökern in den Medien der Branche über das Wort “Künstliche Intelligenz”. Auch vor dem Mittelstand machen diese Themen nicht Halt. Doch oftmals wissen die Mittelstandsmitarbeiter gar nicht richtig, was man unter diesen Begriffen versteht und wie man daraus konkrete Maßnahmen ableiten kann. Was sich hinter KI versteckt, was sie bisher kann, wo die Chancen und die daraus folgenden nächsten Schritte für den Mittelstand liegen, wird in der Zusammenarbeit mit dem Data Scientist Jannes Klinck von bytabo erläutert.

Was ist denn eigentlich KI?

Zu aller erst einmal ist es ein Teilgebiet der Informatik und – auch wenn sich die genauen Beschreibungen oftmals unterscheiden – ihr Ziel ist: menschliche Intelligenz nachahmen und diese sogar zu verbessern.

Was in den Medien und Gesprächen häufig mit KI gleichgesetzt wird, fällt vielmehr unter die “Strong AI” oder auch die “Artificial General Intelligence”. Denn bisher ist die Forschung noch nicht so weit, dass es tatsächlich künstliche Intelligenzen wie bei den human-like Robotern aus Hollywood-Filmen gibt. Vielmehr nutzen die KI-Algorithmen der “Artificial General Intelligence” umfangreiche Datensätzen, erkennen in ihnen Muster und ziehen daraus Schlüsse – etwa in Form von konkreten Handlungen oder Empfehlungen an den Menschen.

Die Programme, die uns meistens im Alltag über den Weg laufen, werden als “weak” oder “narrow” AI bezeichnet. Sie spezialisieren sich jeweils auf einen bestimmten Aufgabenbereich: Paradebeispiele dafür sind Siri, Alexa oder der Algorithmus bei Youtube, der uns tagtäglich Videos vorschlägt, die unser Herz erobern könnten.

KI im Mittelstand: Wo liegen die Chancen und welche Hürden gibt es?

Der Mittelstand ist die Basis, auf dem sich das Grundgerüst der deutschen Wirtschaft aufbaut. In einer Zeit, in der sich die Arbeitsprozesse von Grund auf verändern, ist es wichtig, dass sich die mittelständischen Unternehmen an diese Veränderungen anpassen und offen für Innovationen sind. Diese Offenheit und Neugier auf Innovationen werden sich neben einzelnen Digitalisierungsprojekten in den kommenden Jahren viel auf KI-Projekte beziehen. Denn die Chancen, die mit der KI-Nutzung einhergehen, sind enorm groß: Maschinen signalisieren ohne die Anforderungen des Bedieners, dass sie eine Wartung benötigen, Bots beantworten Fragen von Kunden zu Produkten und geben Mitarbeitern Hilfestellung, wenn eine Unternehmensanwendung Probleme bereitet. So können Prozesse optimiert und beschleunigt werden und der Mittelstandsmitarbeiter erhält mehr Zeit für Aufgaben die sein Herz mit Freude erfüllen.

Doch wenn die Chancen so groß sind, wo liegen dann die Hürden für den Mittelstand? Auch wenn die Mittelstandsmitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag immer wieder mit Themen wie Künstlicher Intelligenz und Data Science konfrontiert sind, fehlt oftmals die Betrachtung des Ganzen als Thema, das einen selbst betrifft. Vielen Mitarbeitern fällt es bereits schwer, sich an die stetig weiterentwickelten Digitalisierungsprozesse anzupassen und von ihnen zu profitieren. So bildet die Künstliche Intelligenz nur noch eine weitere Hürde, die nicht überwindbar scheint.

Schritt 1 zur KI-Nutzung: Die Grundbausteine richtig legen und KI in ein eigenes Themengebiet einmeißeln

Um diese Hürde zu überwinden, ist es wichtig, dass man Schritt für Schritt vorgeht. Als Basis des Ganzen sollte das Thema rund um KI als ein eigenes Themenfeld betrachtet werden. Das heißt, genauso wie beispielsweise Vertrieb, Einkauf, Personal oder Forschung und Entwicklung muss die Künstliche Intelligenz als ein eigener Bereich gesehen werden, der auch für sich strukturiert werden muss. Der Einsatz von KI darf somit nicht zufällig und nur bei konkretem Bedarf passieren, sondern muss proaktiv, frühzeitig und koordiniert umgesetzt werden. Oftmals denken die Mitarbeiter, dass damit eine klare KI-Strategie einhergeht und schrecken davor zurück. Doch diese braucht es zu Beginn gar nicht. Für den Mittelstand und seine Mitarbeiter ist es als Grundbaustein erstmal wichtig, die Technologie zu verstehen, und zu begreifen, welche Möglichkeiten sie mit sich bringt.

Schritt 2 zur KI-Nutzung: KI entmystifizieren und somit die Ängste vor der Veränderung verlieren und Vertrauen schaffen

Trotz aller Chancen, die die KI mit sich bringt, ist es ganz natürlich, dass es den Mitarbeitern schwer fällt, sich darauf einzustellen – denn der Mensch ist einfach von Grund auf nicht für Veränderung gemacht. Jede kleine Erneuerung kostet immer Energie und sowohl das menschliche Gehirn wie auch der ganze Organismus sind primär darauf ausgerichtet, Energie zu sparen. Zudem gehen die Veränderungen Hand in Hand mit verschiedenen Ängsten wie der Angst vor dem Wandel am Arbeitsplatz bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes. Hier gilt es, diese abzubauen, aufzuklären und die eigenen Mitarbeiter mit der Veränderung nicht allein zu lassen. Dabei unterstützen kann eine für die KI verantwortliche Person, die jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Zudem können ein umfassendes Weiterbildungsangebot sowie jederzeit abrufbare Antworten auf die wichtigsten Fragen der Mitarbeiter (z.B. “​Was bedeutet die KI für meinen Bereich? Wie wird sich mein Arbeitsplatz dadurch verändern? Wohin führt der Kurs des Unternehmens vor dem Hintergrund der KI?” usw.) helfen. So hat kein Mitarbeiter den Eindruck, mit seinen Ängsten allein gelassen zu werden.

Schritt 3 zur KI-Nutzung: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: Pilotprojekte durchführen

Wenn eine Basis aus den ersten Grundbausteinen gelegt ist, kann das Mittelstandsunternehmen mit Hilfe von kleinen Projekten erste Erfahrungen im Bereich der KI sammeln. Hierbei ist es nicht wichtig, dass es sonderlich bedeutende Projekte sind, sondern vielmehr, dass die ersten KI-Projekte erfolgreich sind. Diese Pilotprojekte sind dafür da, dass sie den Mitarbeitern helfen, sich langsam an das KI-Thema heranzutasten und zudem erste Erfolge mit sich bringen. So können die Mitarbeiter Begeisterung an dem Thema finden und auch andere Unternehmen können davon überzeugt werden, in weitere KI-Projekte zu investieren: Es muss zuerst das Fahren geübt werden, bevor man auf die Autobahn düsen kann.

Wenn es gelingt, dass die Mittelstandsmitarbeiter verstehen, ​warum die Arbeit mit KI stattfindet, dass sie etwas Gutes für sie bedeutet, wenn ​möglichst viele Fragen darüber beantwortet werden und wenn erste Erfolge erzielt werden können, kann die gesamte Belegschaft des Mittelstandsunternehmens voll und ganz dahinterstehen und zu einer maßgeblichen Komponente für eine gelungene KI-Anwendung werden. Und die Künstliche Intelligenz, die am Anfang eine Hürde dargestellt hat, kann zu einer der größten Stärken des Unternehmens werden.

Quelle: bytabo® GmbH

Veröffentlicht von:

Sandra Dolas
Sandra Dolas
Sandra Dolas ist Redakteurin bei den Mittelstand-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in Bergneustadt und ist unter Tel. 02261-9989-885 bzw. Mail: [email protected] für unsere Leser erreichbar.
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