Karriere

Arbeitsmarktforscher: Abfindungen sollen Jobwechsel fördern statt Jobverlust entschädigen

Nach Einschätzung des Arbeitsmarktforschers Enzo Weber sollte der Staat Abfindungen künftig nutzen, um Menschen in neue Jobs zu bringen, statt ihren Jobverlust zu entschädigen. „Nicht entschädigen für Jobverlust, sondern Jobgewinn unterstützen“, sagte Weber den Sendern RTL und ntv. „Das wäre wirklich mal eine Weltneuheit.“

Jobwechsel fördern

Deutschland stecke in einer Erneuerungskrise, weil Investitionen und Innovationen fehlten und kaum neue Jobs entstünden, so Weber. Entscheidend sei, dass Beschäftigte in aufstrebende Branchen wechselten und sich weiterqualifizierten. Die Förderung von Jobwechseln könne sich auch für den Staat rechnen: „Wenn wir dahin kommen, dass wirklich wieder mehr Jobs mit Zukunftsperspektive entstehen, dann kommen daraus auch Steuer- und Beitragseinnahmen.“

Mit Blick auf die Rentenreform schlug Weber vor, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren durch einen Sonderzuschlag zu ersetzen. „Wenn du 45 Jahre erreicht hast, dann steht dir ein Sonderzuschlag in gleicher Höhe zu“, sagte er. Anders als bisher solle dafür nicht die Bedingung sein, dass Beschäftigte tatsächlich früher in Rente gingen. „Das ist dann auch eine Belohnung für noch länger machen und eine Anerkennung dafür, dass man drin bleibt.“

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Foto: Bundesagentur für Arbeit (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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