FinanzenWirtschaft

Unruhe am Anleihemarkt: Eurogruppen-Präsident Pierrakakis mahnt zu Haushaltskonsolidierung und Reformen

Angesichts der Unruhe an den Anleihemärkten hat der Präsident der Eurogruppe, Kyriakos Pierrakakis, die Regierungen zu Haushaltskonsolidierung und Reformen ermahnt. Steigende Zinsen würden den Druck auf die Staatshaushalte erhöhen, sagte er dem „Handelsblatt“. „Solide Finanzen sind ebenfalls von existenzieller Bedeutung“, sagte der griechische Finanzminister. „Ich komme aus einem Land, das das auf die harte Tour lernen musste.“

Pierrakakis fordert Wachstumpotential Bemühungen

Pierrakakis forderte zudem die schnelle Umsetzung von Reformen, sowohl in den Ländern als auch auf europäischer Ebene. „Jedes Land muss sein eigenes Wachstumspotenzial stärken“, sagte der Chef der Eurogruppe. „Gemeinsam mit den europäischen Reformen ergibt sich daraus eine systematische Antwort auf den Druck durch höhere Zinsen.“ Es brauche schnell Fortschritte bei der Spar- und Investitionsunion. Europa müsse privates Kapital besser mobilisieren.

Der Eurogruppen-Präsident sagte, dass der Renditeanstieg bei Staatsanleihen kein spezifisches Problem der Währungsunion sei. „Die Fundamentaldaten des Euroraums sind weiterhin solide“, sagte er. Die Staaten finanzierten sich im Vergleich zu den USA oder Großbritannien zu niedrigeren Zinsen. „Auch die Risikoaufschläge zwischen den Euro-Ländern, die in der Vergangenheit für Unsicherheit gesorgt haben, bleiben begrenzt.“

ARKM.marketing
     
Sicherer Hafen für Ihre Unternehmensdaten: ARKM.cloud


Pierrakakis ermutigte die Bundesregierung, ihren Reformkurs umzusetzen, und verwies dabei auf Erfahrungen aus seinem Land. „Reformen sind anfangs vielleicht schmerzhaft, aber sie zahlen sich politisch und wirtschaftlich aus“, sagte der griechische Finanzminister. Griechenland habe in einer existenziellen Krise gesteckt, nun seien die Wachstumsraten der Wirtschaft doppelt so hoch wie der Durchschnitt im Euroraum.

Pierrakakis trifft am Dienstag Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). „Ich bin mir sicher, dass die Regierung die Reformen umsetzen wird, die sie sich vorgenommen hat und die sich die Wirtschaft wünscht“, sagte der Chef der Eurogruppe. „Und wenn wir dann noch in Europa Reformen vorantreiben, dann werden wir alle gemeinsam profitieren.“

Sorge um Deutschland macht sich der Eurogruppen-Präsident nicht. „Deutschland ist die industrielle Lokomotive Europas“, sagte er. „Das Land verfügt über ein enormes Potenzial, Wachstum zu erzeugen – sowohl im Inland als auch in Europa insgesamt.“ Und mit dem vergleichsweise niedrigen Schuldenstand sei es „sehr solide“ aufgestellt.

Foto: Euroscheine (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

Zeige mehr
     
ARKM.marketing


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich willige ein, dass meine Angaben aus diesem Kontaktformular gemäß Ihrer Datenschutzerklärung erfasst und verarbeitet werden. Bitte beachten: Die erteilte Einwilligung kann jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@sor.de (Datenschutzbeauftragter) widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Schließen

Werbeblocker erkannt!

Werbeblocker erscheinen auf den ersten Blick praktisch, weil sie störende Anzeigen ausblenden. Doch viele Internetseiten finanzieren sich ausschließlich durch Werbung – das ist oft die einzige Möglichkeit, die Kosten für Redaktion, Technik und Personal zu decken. Wenn Nutzer einen Werbeblocker aktivieren, entziehen sie der Seite diese wichtige Einnahmequelle. Die Folge: Verlage und Webseitenbetreiber verlieren  Einnahmen, die oft sogar die Gehälter ganzer Teams oder Redaktionen gefährden. Ohne Werbeeinnahmen fehlen die Mittel, um hochwertige Inhalte kostenlos anzubieten. Das betrifft nicht nur große Medienhäuser, sondern auch kleine Blogs, Nischenportale und lokale Nachrichtenseiten, für die der Ausfall durch Werbeblocker existenzbedrohend sein kann. Wer regelmäßig eine werbefinanzierte Seite nutzt, sollte sich bewusst machen, dass der Betrieb und die Pflege dieser Angebote Geld kosten – genau wie bei einer Zeitung oder Zeitschrift, für die man selbstverständlich bezahlt. Werbeblocker sind daher unfair, weil sie die Gegenfinanzierung der Verlagskosten und Personalgehälter untergraben, während die Inhalte weiterhin kostenlos genutzt werden. Wer den Fortbestand unabhängiger, kostenloser Online-Inhalte sichern möchte, sollte deshalb auf den Einsatz von Werbeblockern verzichten oder zumindest Ausnahmen für seine Lieblingsseiten machen. Wenn Sie unsere Seite weiterhin lesen möchten, dann seien Sie fair! Danke.