Aktuell

Bundespräsidentenwahl: SPD-Vize Midyatli kritisiert späte Kandidatenfindung – Merkel auf CDU-Wahlliste in SH

Die langwierige Suche nach einem Kandidaten oder einer Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten sorgt für Unmut in den Bundesländern, in denen bereits die Nominierung der Wahlleute für die Bundesversammlung läuft. Die Länder müssten ihre Entscheidungen treffen, obwohl in Berlin noch immer offen sei, wer überhaupt kandidieren solle, sagte die Vize-Bundeschefin der SPD und schleswig-holsteinische Fraktionsvorsitzende Serpil Midyatli den „Kieler Nachrichten“, die zum „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ gehören. Das zeige, dass die zeitlichen Abläufe bei dieser Wahl unglücklich aufeinander abgestimmt seien.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) trage für die politische Abstimmung auf Bundesebene eine besondere Verantwortung, weil die CDU das Vorschlagsrecht für einen Kandidaten der Koalition für sich beanspruche, so Midyatli. Umso mehr liege es an ihm, den politischen Abstimmungsprozess so zu organisieren, dass die Abläufe besser ineinandergreifen, sagte sie.

Zu den Wahlleuten, die die CDU-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein zur Bundesversammlung im kommenden Januar entsenden will, zählt auch Altkanzlerin Angela Merkel. Die ehemalige Bundeskanzlerin steht auf Platz eins der zwölfköpfigen Delegiertenliste der Landes-CDU für die Wahl eines Bundespräsidenten.

Kritik am bisherigen Verfahren kam auch von den Grünen in Schleswig-Holstein. Die Vize-Fraktionschefin der Grünen im Landtag, Silke Backsen, sagte den „Kieler Nachrichten“ und dem RND, sie finde es befremdlich, dass die Suche so lange dauere und es bislang noch keinen abgestimmten Vorschlag gebe. Für die Spitze des Staates brauche man jemanden, der auf Überparteilichkeit und Integration setze und Orientierung in diesen schwierigen Zeiten gebe. Es sei wichtig, dass eine Persönlichkeit gefunden werde, die „die Demokratie entschlossen“ verteidige. Und es sei wirklich an der Zeit, dass eine Frau das höchste Amt an der Spitze des Staates einnehme. Das hätten die Grünen immer klar gesagt, und man warte auf Vorschläge.

Unmut über die späte Kandidatenbenennung durch die schwarz-rote Koalition im Bund gibt es auch in Niedersachsen. Nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“, Partner im RND, gibt es etwa bei der CDU-Landtagsfraktion die Sorge, dass Prominente oder andere Personen, die die Landtage neben ihren Abgeordneten nominieren können, im Januar nicht für den CDU-Vorschlag stimmen.

Foto: Serpil Midyatli (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

ARKM.marketing
     


Zeige mehr
     


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich willige ein, dass meine Angaben aus diesem Kontaktformular gemäß Ihrer Datenschutzerklärung erfasst und verarbeitet werden. Bitte beachten: Die erteilte Einwilligung kann jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@sor.de (Datenschutzbeauftragter) widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Schließen

Werbeblocker erkannt!

Werbeblocker erscheinen auf den ersten Blick praktisch, weil sie störende Anzeigen ausblenden. Doch viele Internetseiten finanzieren sich ausschließlich durch Werbung – das ist oft die einzige Möglichkeit, die Kosten für Redaktion, Technik und Personal zu decken. Wenn Nutzer einen Werbeblocker aktivieren, entziehen sie der Seite diese wichtige Einnahmequelle. Die Folge: Verlage und Webseitenbetreiber verlieren  Einnahmen, die oft sogar die Gehälter ganzer Teams oder Redaktionen gefährden. Ohne Werbeeinnahmen fehlen die Mittel, um hochwertige Inhalte kostenlos anzubieten. Das betrifft nicht nur große Medienhäuser, sondern auch kleine Blogs, Nischenportale und lokale Nachrichtenseiten, für die der Ausfall durch Werbeblocker existenzbedrohend sein kann. Wer regelmäßig eine werbefinanzierte Seite nutzt, sollte sich bewusst machen, dass der Betrieb und die Pflege dieser Angebote Geld kosten – genau wie bei einer Zeitung oder Zeitschrift, für die man selbstverständlich bezahlt. Werbeblocker sind daher unfair, weil sie die Gegenfinanzierung der Verlagskosten und Personalgehälter untergraben, während die Inhalte weiterhin kostenlos genutzt werden. Wer den Fortbestand unabhängiger, kostenloser Online-Inhalte sichern möchte, sollte deshalb auf den Einsatz von Werbeblockern verzichten oder zumindest Ausnahmen für seine Lieblingsseiten machen. Wenn Sie unsere Seite weiterhin lesen möchten, dann seien Sie fair! Danke.