Wirtschaft

Tankstellenverband: Spritpreise könnten zum Jahreswechsel um 35 bis 40 Cent pro Liter steigen

Der Chef des Bundesverbands der freien Tankstellen (BFT), Carsten Müller, rechnet damit, dass die Tankstellen zum Jahreswechsel die Spritpreise noch einmal deutlich anheben. Grund dafür sei unter anderem das Ende des Tankrabatts, aber auch eine steigende THG-Quote, die Kraftstoffanbieter verpflichte, die CO2-Emissionen zu senken, sagte Müller der „Süddeutschen Zeitung“. Um die Mittagszeit sei man insgesamt bei einer Erhöhung von „35 bis 40 Cent pro Liter“, so der BFT-Chef weiter. Das sei dann der Moment, „an dem ich nicht an der Tankstellenkasse stehen möchte.“

Solche Preisspitzen will die Bundesregierung mithilfe eines Spritpreisdeckels verhindern, der nach dem Ende des Tankrabatts 2027 die Marge der Branche begrenzen soll. „Ein Spritpreisdeckel ist blanker Populismus“, sagte Müller. Der Tankstellenbetreiber widersprach zudem Analysen, dass die Mineralölunternehmen die niedrigere Energiesteuer nur teilweise weitergeben würden: „Wir zocken niemanden ab“, so der BFT-Chef.

Ein uneingeschränkter Fan des Tankrabatts sei er nicht. Seine Branche profitiere nicht von der gesenkten Energiesteuer: Am Tag vor Einführung müsse er noch den höher versteuerten Sprit verkaufen, „am letzten Tag des Tankrabatts kommt es teilweise zu Hamsterkäufen, manche Leute füllen den Sprit in Colaflaschen ab. Wir sind dann leergetankt“, sagte Müller der „Süddeutschen Zeitung“. Tankstellenbetreiber wie er könnten daher niedrig besteuerte Bestände gar nicht mehr teurer verkaufen.

Foto: Carsten Müller (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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