Wirtschaft

Ifo-Analyse: Deutschland fehlen Voraussetzungen für KI-Wachstum

Deutschland fehlen offenbar wichtige Voraussetzungen, um das Wachstumspotenzial Künstlicher Intelligenz auszuschöpfen. Das besagen Ergebnisse einer Analyse des Ifo-Instituts im Auftrag der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, die in Kürze veröffentlicht wird.

„Die Hightech-Branche ist noch zu klein, die Verwaltung ist zu wenig digitalisiert, das Bildungssystem passt sich nicht schnell genug an die Veränderungen durch KI an“, sagte Oliver Falck, Leiter des Ifo-Zentrums für Innovationsökonomik und digitale Transformation.

Der IKT-Sektor (Informations- und Kommunikationstechnologien) trägt nur 4,6 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Deutschland bei. Damit liegt der Anteil im unteren EU-Mittelfeld. Bei IKT-Dienstleistungen importierte Deutschland 2025 Leistungen im Wert von 11 Milliarden US-Dollar mehr, als es exportierte. „Kein anderes EU-Land ist im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie stärker vom Ausland abhängig als Deutschland“, sagte Ifo-Forscher Christian Pfaffl.

Kaum Fortschritte gibt es nach Analysen des Instituts auch bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung – obwohl gerade sie mithilfe von KI und der umfangreich vorhandenen Verwaltungsdaten Bürgern und Unternehmen bessere Dienstleistungen anbieten könnte. So steckt Deutschland beispielsweise bei der Bereitstellung vorausgefüllter Formulare noch in der Experimentierphase, während dies in Nachbarländern wie den Niederlanden, Dänemark, Polen oder Österreich längst weitgehend umgesetzt ist.

Ein weiteres Problem sehen die Ifo-Forscher im Bildungsbereich: Bei Kompetenzen über dem Grundniveau liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt. 40 Prozent der Achtklässler erreichen nicht Stufe 2 der Computer- und Informationskompetenz. „KI-Anwendungen verbreiten sich rasant, aber zu vielen fehlt das Wissen, sie produktiv zu nutzen“, sagte Falck. Mangelnde Fachkompetenz ist der häufigste Grund, warum Unternehmen geplante KI-Projekte nicht umsetzen.

Foto: Frau mit Laptop (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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