Politik

Fall Eralp: Lauterbach rät SPD zu Abstand von Rot-Grün-Rot – Banaszak nennt Umgang der Berliner Linken mit Extremisten ernüchternd

Die „Spiegel“-Recherche über die Angst der Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp vor Terrorsympathisanten sorgt weiter für Aufsehen. Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hält Eralp nicht mehr für tragbar als mögliche Regierende Bürgermeisterin von Berlin: „Ich rate meiner Partei, von diesem Bündnis in Berlin mit der Linkspartei Abstand zu nehmen“, sagte Lauterbach dem „Spiegel“.

Er würde keiner Person, die ein politisches Amt anstrebt, einen Vorwurf machen, wenn sie Angst vor persönlichen Risiken hätte. „Doch wenn ich mich bedroht fühle, dann schließt es sich für mich aus, ein solches Amt zu bekleiden“, so der SPD-Bundestagsabgeordnete weiter. Wer den Staat repräsentiere, dürfe „keine Angst vor Menschen haben, die diesen Staat und seine Autorität bedrohen.“

Der SPD-Politiker fordert von der Berliner Politik mehr Einsatz gegen extremistische und kriminelle Strukturen in der Stadt. „Wir dürfen nicht vor denselben Leuten Angst haben, vor denen wir die Bürger beschützen müssen“, sagte Lauterbach.

Grünen-Chef Felix Banaszak äußerte derweil Mitgefühl für Eralp. „Dass Elif Eralp als mögliche zukünftige Regierende Bürgermeisterin so große Angst vor Extremisten und der Organisierten Kriminalität haben muss, dass sie in einem Interview nicht klar benennen kann, von wem die Gefahr ausgeht, ist schockierend“, sagte Banaszak dem „Spiegel“. Niemand dürfe in die Lage geraten, „sich aus Sorge um die eigene Sicherheit und die der eigenen Familie nicht mehr frei äußern zu können“, so der Grünen-Chef weiter.

Allerdings sieht er die Linke auch in der Pflicht, radikale Tendenzen in den eigenen Reihen zu unterbinden. „Spätestens jetzt darf niemand mehr auch nur in Ansätzen relativieren, welche Gefahr von diesen Strukturen ausgeht“, sagte Banaszak dem „Spiegel“. Wer diesen „Kampf glaubhaft und wirkungsvoll“ führen wolle, müsse „auch bei den Verbindungen dieser Milieus in die eigene Partei klar und konsequent sein.“ Bislang sei seitens der Berliner Linken keine der offenen Fragen beantwortet. „Der Umgang der Berliner Linken mit diesem Komplex bleibt ernüchternd“, so der Grünen-Politiker.

Foto: Karl Lauterbach (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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