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Wie Selbstständige finanzielle Engpässe überbrücken

Seit der Coronakrise erlebt ein Großteil aller Selbstständigen finanzielle Engpässe. Aufträge brechen in der Pandemie für die meisten Branchen ein. Grundsätzlich sind Selbstständige die Ersten, die verlieren. Aus einem finanziellen Engpass kann sich für sie schnell eine existenzbedrohende Lage entwickeln. Schon vor der Krise war das der Fall.

Das harte Brot der meisten Selbstständigen sind unregelmäßige Einnahmen, die jedwede Kalkulation erschweren. Obwohl viele Freiberufler an Aufträgen viel verdienen, hängt die Summe auf dem Konto am Ende des Monats von der aktuellen Auftragslage ab. Auch das Zahlungsverhalten der Kunden ist entscheidend. Kommen sie Zahlungen lange nicht nach, ist die Liquidität gefährdet. Aus Gründen wie diesen erleben viele Selbstständige sogar bei einem Jahreseinkommen über dem Durchschnitt im Laufe des Jahres finanzielle Engpässe, die überbrückt werden wollen. Nur wie?

1. Überbrückung mit Kreditgeldern

Oftmals hängen die Überbrückungsmöglichkeiten bei finanziellen Engpässen von der Phase der Selbstständigkeit ab. Kurz nach der Gründung wird man sich für andere Optionen entscheiden als nach zehn Jahren Selbstständigkeit. Grundsätzlich stehen einerseits staatliche Zuschüsse und andererseits Kredite zur Verfügung. Wer als Selbstständiger einen Kredit beziehen will, entscheidet zwischen Geldern für geschäftliche und private Zwecke. Welche die richtige Variante ist, hängt von der Situation im Einzelfall ab. Am günstigsten kommen Freiberufler bei finanziellen Engpässen oftmals mit Konsumkrediten von einer Direktbank wie Younited Credit, mit denen sich die Lebenskosten bei fehlenden Aufträgen oder Zahlungsverzögerungen abfangen lassen. Die Geschäftseinnahmen müssen in diesem Fall kaum für private Zwecke angetastet werden, wodurch die Liquidität erhalten bleibt.

Vorsicht hinsichtlich der Konditionen! Bei der Ratenhöhe ihres Kredits müssen Freiberufler künftige Engpässe bedenken. Raten sollten nie so hoch ausfallen, dass sie bei schlechter Auftragslage nicht mehr abgeleistet werden können. Anders als andere Kreditinstitute bieten Direktbanken Selbstständigen oftmals auch bei geringer Rate relativ niedrige Zinsen. Entscheidend ist bei der Anbieterwahl auch die Möglichkeit der kostenfreien Soforttilgung. Mit dem nächsten Auftrag erzielen Selbstständige nämlich oft genügend Geld, um den Kredit vollständig abzubezahlen.

2. Fördergelder zur finanziellen Überbrückung

Gerade in der Anfangsphase haben Freiberufler ein Recht auf staatliche Zuschüsse unterschiedlicher Art. Auskunft über alle ihnen zustehenden Zuschussmöglichkeiten erhalten Selbstständige seitens der zuständigen Handelskammer oder des Arbeitsamts. Zu den bekanntesten Fördermöglichkeiten zählen die folgenden:

  • Gründungszuschuss für Arbeitslose: Die Agentur für Arbeit sichert Menschen zur Unternehmensgründung Zuschüsse in Höhe des letzten Arbeitslosengelds zu, auf die noch etwa 300 Euro für Sozialversicherungsabgaben kommen. Dieses Einstiegsgeld ist zur Finanzierung der Existenzgründung gedacht und lässt sich nach Abschluss der Gründung nicht mehr beziehen. Für Gründer aus der Hochschule steht mit dem Exist-Gründerstipendium eine ähnliche Fördermöglichkeit zur Verfügung.
  • Einstiegsgeld zur Förderung nach einer Existenzgründung, das zusätzlich zum Arbeitslosengeld II über bis zu drei Jahre gezahlt wird und neben dem Gründungszuschuss beantragt werden kann.
  • EU-Zuschuss für Start-ups und Unternehmen: Das Programm Horizont 2020 umfasst rund mehrere Milliarden Fördergelder für Start-ups, kleinere und mittlere Unternehmen. Bis zu 2,5 Millionen Euro können Unternehmer im Rahmen des Programms als nicht rückzahlungspflichtigen Zuschuss beantragen.
  • Innovationszuschuss: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bezuschusst im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) innovative Geschäftsideen und Projekte.
  • Mitarbeiterzuschuss für neu geschaffene Arbeitsplätze.
  • Überbrückungsgeld, das finanzielle Engpässe für ein halbes Jahr überbrücken soll und 80 Prozent des kumulierten Bruttogehalts ausmacht.

Achtung: Bezuschussungen haben eine Obergrenze! Um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden, begrenzt der Staat die Zuschüsse für Einzelunternehmer über die sogenannte De-minimis-Grenze. Innerhalb von drei Steuerjahren können Freiberufler maximal 200.000 Euro Fördergelder erhalten.

Fazit: Überbrückungsmöglichkeiten smart kombinieren

In vielen Fällen machen Selbstständige bei finanziellen Engpässen von einer Kombination aus mehreren Überbrückungsmöglichkeiten Gebrauch. Idealerweise lassen sich Betroffene hierzu professionell beraten, sobald sich finanzielle Engpässe ankündigen. Je früher die Beratung stattfindet, desto besser. Die Existenzbedrohung lässt sich oftmals nicht mehr abwenden, wenn der Engpass voll spürbar wird.

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