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Vorsichtiger Optimismus: So starten Möbel- und Baustoffbranche in das Jahr 2021

Das vergangene Jahr war aufgrund pandemiebedingter Ladenschließungen und einer insgesamt eher angespannten Wirtschaftslage, insbesondere für die deutsche Möbelindustrie eine Herausforderung. Die Baustoffbranche hingegen kam vergleichsweise gut durch das Krisenjahr 2020. Trotz unterschiedlicher Ergebnisse im letzten, blicken sowohl die Möbel- als auch die Baustoffbranche jedoch nur vorsichtig optimistisch ins neue Jahr.

2020 war ein Auf und Ab für den Möbelhandel

Insbesondere für die deutsche Möbelindustrie war das vergangene Jahr von Unstetigkeit und Unsicherheit geprägt. Nach dem ersten Lockdown zu Beginn des Jahres 2020 schien es, als könne sich die Branche von den schließungsbedingten Verlusten langsam erholen. Mit dem zweiten, harten Lockdown und den erneuten Schließungen brachen dann jedoch gerade die besonders umsatzstarken Verkaufstage vor Weihnachten weg. So entstand im Möbeleinzelhandel im letzten Jahr ein insgesamt von einem starken Auf und Ab geprägtes Umsatzbild.

Ganz anders verlief das letzte Jahr hingegen im Bereich des Baustoffhandels: Nachdem die Bau- und Gartenfachmärkte bereits im Jahr 2019 ein Umsatzplus von 3,6 Prozent erwirtschaftet hatten, konnten sie ihr Umsatzergebnis gerade zu Beginn des Jahres 2020 sogar noch einmal steigern. Zwar gingen viele Kunden dazu über, Tapeten, Laminat oder Wandpaneele online zu erwerben – die Nachfrage blieb aber unverändert hoch bzw. stieg sogar noch an.

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Trotz dieser recht unterschiedlichen Ergebnisse blicken sowohl Möbel- als auch Baustoffbranche optimistisch in die Zukunft und dem Jahr 2021 entgegen. Während die Möbelbranche dabei Umsatzsteigerungen erwartet, hofft die Baustoffbranche, gute Ergebnisse beibehalten zu können.

DIY-Sparte beschert der Baustoffbranche gute Umsätze

Selbstverständlich galt auch 2020 die Devise, dass unternehmensbezogene und private Bauvorhaben wohldurchdacht sein wollen. Nichtsdestotrotz schienen die pandemiebedingten Unsicherheiten und Einschränkungen jedoch nur die wenigsten von der Umsetzung eines Um- oder Ausbauvorhabens abzuhalten. Mehr noch: Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Hornbach-Gruppe beispielsweise ihr Betriebsergebnis im ersten Geschäftsjahresquartal deutlich steigern.

Grund für die deutliche Ergebnisverbesserung war insbesondere das beachtliche Umsatzwachstum im Bereich der DIY-Artikel. Vom Verlegen neuen Laminats bis hin zum Austausch alter Deckenpaneele – gerade Artikel, die der Kunde zum Um- oder Ausbau des Heims in Eigenregie nutzen konnte, erfreuten sich über das gesamte Jahr 2020 hinweg besonders großer Beliebtheit.

Ob die guten Ergebnisse auch 2021 beibehalten werden können, ist zumindest in der Baustoffbranche derzeit allerdings noch ungewiss. Zwar spielen der Branche die nach wie vor andauernden Pandemiebeschränkungen in gewissem Maße in die Hände. Schließlich sind gerade Verbraucher, die viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen, eher dazu bereit, in die Aufwertung ihres Heims zu investieren. Gleichzeitig ist aber auch mit baldigen Lockerungen und einer späteren Aufhebung der Pandemiebeschränkungen zu rechnen. In diesem Zusammenhang könnte auch das Interesse des Verbrauchers an Um- und Ausbau wieder sinken. Dementsprechend blickt die Baustoffbranche – trotz guter Ergebnisse im letzten Jahr – nur vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

Wie geht es 2021 für die Möbelbranche weiter?

Anders als für die Baustoffbranche war das Jahr 2020 für die Möbelbranche eher mit Schwierigkeiten verbunden. Hier wirkten sich insbesondere die längeren Ladenschließungszeiten deutlich negativer aus. Nichtsdestotrotz herrscht aber auch in der Möbelbranche ein gewisser Optimismus.

Zum einen haben nämlich insbesondere die Themenbereiche Einrichten und Wohnen in der Pandemie gerade unter Verbrauchern deutlich an Bedeutung dazugewonnen. Es ist zu erwarten, dass sich hieran auch nach Pandemieende erst einmal nichts ändern wird. Darüber hinaus hat auch das Home-Office und dessen Einrichtung deutlich an Bedeutung gewonnen. Nicht zuletzt darum rechnet auch die Möbelbranche aktuell zumindest mit leichten Umsatzsteigerungen in 2021.

Dafür, dass die Prognosen der Möbelbranche nicht optimistischer ausfallen, ist teilweise der hart umkämpfte Immobilienmarkt verantwortlich. Auch er bereitet der Einrichtungswirtschaft hierzulande nämlich merklich Probleme. Schließlich sorgen die stetig ansteigenden allgemeinen Wohnkosten sowie hohe Miet- und Kaufpreise dafür, dass weniger in Möbel, Küchen oder andere Einrichtungsgegenstände investiert wird. Während erforderlich Umbau- oder Renovierungsarbeiten dennoch vorgenommen werden, sinkt aufgrund höherer Mietpreise und steigender Kosten für Gas, Strom und Wasser die Bereitschaft, in Möbel zu investieren.

Zu bedenken ist außerdem, dass aufgrund der genannten Faktoren auch die Bereitschaft zu einem Umzug bei vielen Verbrauchern und Unternehmen sinkt. Schließlich ist auch ein neuer Miet- oder Kaufvertrag mit hohen Zusatzkosten verbunden. Gerade das spielt zwar der Baustoffbranche in die Hände und steigert die Bereitschaft, das vorhandene Heim oder die Büroräume durch neue Deckenpaneele, neue Fußböden oder eine neue Wandfarbe zu verschönern. Die Bereitschaft, neues Mobiliar anzuschaffen, hingegen bleibt eher niedrig.

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