Aachen/Düsseldorf. Der Aachener Pharmakonzern Grünenthal ist trotz eines wirtschaftlich schweren Umfelds im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz um zwei Prozent auf 881 Millionen Euro zu, wie das Pharmaunternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.

Der Gewinn vor Steuern stieg um 13 Prozent auf 116 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote des auf seine Unabhängigkeit bedachten Familienunternehmens wuchs um 6 Prozent auf 58 Prozent.

Die Forschungsausgaben des vor allem in der Schmerztherapie aktiven Unternehmens sanken nur leicht von 162 Millionen im Jahr 2008 auf 157 Millionen Euro. Damit lag die Quote für den Bereich Forschung und Entwicklung bei 18 Prozent. Nach Grünenthal-Angaben haben derzeit nur noch fünf forschende Arzneimittelhersteller ihre weltweiten Konzernzentralen in Deutschland.

Die Grünenthal GmbH produziert Arzneimittel für die Schmerztherapie und die Gynäkologie. Das 1948 gegründete Familienunternehmen hat weltweit in 35 Ländern Gesellschaften. In Deutschland beschäftigt es rund 1900 Menschen, weltweit gut 4900.

In die Schlagzeilen geriet Grünenthal als Hersteller des Schlafmittels Contergan, das den größten Arzneimittelskandal in der Geschichte der Bundesrepublik auslöste. Das Mittel kam am 1. Oktober 1957 auf den Markt und verursachte schwere Missbildungen bei Neugeborenen. Das zunächst rezeptfreie Medikament wurde gezielt Schwangeren empfohlen, da es als ungefährlich galt. Der Wirkstoff Thalidomid führte jedoch zu schweren Fehlbildungen von Gliedmaßen und Organen. 1961 wurde das Schlafmittel nach starkem öffentlichem Druck vom Markt genommen.

Gute Hoffnung für eine Weiterbeschäftigung nach erfolgreicher Ausbildung - Ein Pharma-Azubi bei der Ausbildung.

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