Osnabrück. Das Bundeskartellamt hat sich gegen eine Übernahme der Karmann-Dachsparte durch den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna ausgesprochen. Die bereits erwartete entsprechende schriftliche Stellungnahme des Bundeskartellamts traf am Donnerstag beim Karmann-Insolvenzverwalter Ottmar Hermann ein. Zum Inhalt des 130 Seiten langen Schreibens wollte sich ein Sprecher des Insolvenzverwalters auf ddp-Anfrage nicht äußern. Derzeit arbeiteten Juristen an einer Antwort. «Wir hoffen, dass das Kartellamt bei der Prüfung zur Annahme kommt, dass eine Übernahme möglich ist», sagte der Sprecher.

Auch bei der Übernahme der Dachsparte des Automobilzulieferers Edscha durch den Konkurrenten Webasto habe es zunächst eine Abmahnung gegeben, sagte der Sprecher. Mit einer wettbewerbsrechtlichen Abmahnung würden schwerwiegende Bedenken gegen die Übernahme zum Ausdruck gebracht.

Im Falle einer Karmann-Übernahme durch Magna gebe es nur noch zwei Produzenten von Cabrio-Dächern auf dem Weltmarkt, und zwar Magna und Webasto. Der Insolvenzverwalter von Karmann und Magna haben bereits einen Kaufvertrag über die Dachsparte geschlossen. Berichten zufolge soll der Kaufpreis bei 20 Millionen Euro liegen. Der Magna-Konkurrent CIE aus Spanien hatte ebenfalls für die Dachsparte Karmanns geboten. Branchenkenner trauen dem Autozulieferer jedoch wenige Chancen auf dem Markt zu.

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