Vattenfall und die Stadtwerke München (SWM) haben jetzt die erste Windenergieanlage „SB 69 A“ des Offshore-Windparks Sandbank errichtet. Der Park entsteht 90 Kilometer westlich der Insel Sylt und wird insgesamt 72 Anlagen des Typs Siemens „SWT- 4.0 130“ umfassen. Die Montage der Türme auf die Fundamente sowie die Installation von Gondel und Rotorblättern übernimmt das Errichterschiff „MPI Adventure“.

Während der Inbetriebnahme der Windenergieanlagen kommt dann das kombinierte Hotel- und Transferschiff „Acergy Viking“ zum Einsatz. Durch die Nutzung dieses modifizierten Schiffstyps erwarten sich die Projektpartner einen deutlichen Zeitvorteil gegenüber den ursprünglichen Planungen um rund drei Monate. Das Schiff verfügt über ein spezielles Gangway-System, von dem aus die Inbetriebnahme-Teams direkt auf die Windturbinen übersteigen können. Das System gleicht die durch Wellen verursachten Schiffsbewegungen derart aus, dass die Überstiege wesentlich sicherer und effizienter sind und auch bei stärkerem Seegang von bis zu 2,5 Meter erfolgen können. Durch das neue Konzept kann im 24-Stunden-Betrieb gearbeitet werden. Es wird im Projekt Sandbank erstmals planmäßig in der deutschen Nordsee eingesetzt.

Quelle: Vattenfall GmbH/Stadtwerke München GmbH

Quelle: Vattenfall GmbH/Stadtwerke München GmbH

Anfang 2017 soll der Offshore-Windpark Sandbank komplett in Betrieb gehen und im Dauerbetrieb eine jährliche Strommenge erzeugen, die rechnerisch dem Bedarf von 400.000 deutschen Haushalten entspricht. Im Vergleich zu konventionell erzeugtem Strom vermeidet Sandbank jährlich mehr als 700.000 Tonnen CO2-Emissionen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir bereits etwas früher mit der Errichtung der Windenergieanlagen beginnen können als ursprünglich geplant. Wir profitieren jetzt von der guten Vorarbeit unserer Kollegen, die für die Fundamente, die Innerparkverkabelung und das Umspannwerk zuständig sind. Es zeigt darüber hinaus, dass die Zusammenarbeit zwischen allen Projektpartnern insgesamt sehr gut funktioniert“, sagt Hergen Stolle, zuständiger Teilprojektleiter für die Windenergieanlagen bei Vattenfall.

Christian Vogt, Leiter des Beteiligungsmanagements bei den Stadtwerken München: „Mit Sandbank nimmt ein weiteres Projekt unserer Ausbauoffensive Erneuerbare Energien konkrete Gestalt an. Mit dieser wollen wir bis 2025 so viel Ökostrom erzeugen, wie ganz München verbraucht. Sandbank wird uns hierbei ein erhebliches Stück weiter voranbringen. Ich freue mich sehr, dass die Arbeiten bisher so gut und problemlos von statten gehen und danke allen, die mit ihrem Engagement zum Erfolg dieses doch sehr komplexen Projekts beitragen.“

Aktueller Sachstand des Projekts Sandbank

Im April 2016 erfolgte die Installation des Offshore-Umspannwerks auf der Sandbank-Seebaustelle 90 Kilometer vor Sylt. Zudem ist die so genannte Innerparkverkabelung fertig gestellt, die Produktion der Maschinenhäuser, Naben und Rotorblätter für die Windenergieanlagen ist in vollem Gange. Bereits Mitte Februar 2016 konnte die Installation aller 72 Fundamente für die Windenergieanlagen erfolgreich abgeschlossen werden.

Das Investitionsvolumen für den Offshore-Windpark Sandbank beläuft sich auf rund 1,2 Milliarden Euro. An der für die Umsetzung des Projekts gegründeten Sandbank Offshore Wind GmbH hält Vattenfall 51 Prozent, die SWM halten 49 Prozent der Anteile. Sandbank verfügt über eine installierte Leistung von insgesamt 288 MW und ist bereits das zweite gemeinsame Offshore-Windprojekt von Vattenfall und SWM. Sandbank entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft des Offshore-Windparks DanTysk (288 MW) der Anfang 2015 in Betrieb ging. Mit einem gemeinsamen Portfolio von 576 MW installierter Wind-Leistung zählen Vattenfall und die SWM zu den größten Betreibern von Offshore-Windkraftwerken in Deutschland.

Quelle: Vattenfall GmbH/Stadtwerke München GmbH

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Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou ist Mitglied in der MiNa-Redaktion und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer.
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