Berlin. Zum Herbstbeginn werden viele deutsche Haushalte wieder mehr für Gas zahlen müssen. Wie das Verbraucherportal toptarif.de am Dienstag berichtete, werden die Gaspreise bei rund jedem zehnten Grundversorger steigen. Insgesamt hätten bereits 74 Unternehmen Tariferhöhungen von bis zu 19,2 Prozent in den kommenden Monaten angekündigt. Dabei könnten die Kosten in einem vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden Gas durchschnittlich um 115 bis 238 Euro steigen.

Betroffen von steigenden Gaspreisen seien neben mehreren Hunderttausend Kunden der Berliner Gasag auch Verbraucher in Karlsruhe, Ulm, Wiesbaden, Oberhausen, Saarbrücken und Wolfsburg, teilte das Portal mit.

Allerdings haben den Angaben zufolge auch rund 40 Gasanbieter ihre Preise teilweise um bis zu 17,2 Prozent gesenkt. So würden Verbraucher bei örtlichen Versorgern in Bielefeld, Bayreuth, Jena und Baden-Baden um durchschnittlich 6,7 Prozent entlastet. In dem vierköpfigen Musterhaushalt könnten die Jahreskosten somit im Mittel um 93 Euro bis zu 261 Euro sinken.

Die Großversorger E.ON und EnBW hätten sich bislang nicht zu ihren Preisen geäußert. Bei RWE soll es dem Portal zufolge bis zum Jahresende keine Gaspreiserhöhungen geben.

«Während die Unternehmen im Zuge von Preiserhöhungen in der Regel mit einem verstärkten Anpassungsdruck durch die Ölpreise argumentieren, verweisen viele Versorger, die jetzt ihre Preise senken, darauf, dass sie in der Lage waren, Gas zu günstigeren Bezugskosten zu beschaffen», erklärte Energieexperte Thorsten Bohg von toptarif.de die unterschiedliche Entwicklung. Wegen des anhaltend hohen Preisniveaus bei Roh- und Heizöl sowie der sich verfestigenden Erholung der Weltwirtschaft drohten Gaskunden spätestens zum Beginn des kommenden Jahres allerdings wieder flächendeckende Preiserhöhungen.

Veröffentlicht am: