Wer kennt es nicht – das lästige Suchen nach den letzten Euronen in der Geldbörse beim Stammbäcker und in derselben Minute die Frage, wo sich denn nochmal der nächste gebührenfreie Geldautomat befindet. Obwohl wir uns im Zeitalter der Digitalisierung befinden, können viele Einzelhändler noch immer nicht flexibel auf die Bedürfnisse von Kunden eingehen.

Kartenzahlung 2019 auf dem Vormarsch

Lange Zeit galt Deutschland als das Land des Bargelds. Noch vor drei Jahren wurde laut Boston Consulting Group nur jede zwanzigste Zahlung mit Karte getätigt. Während in Ländern wie Indien oder Schweden das bargeldlose Zahlen längst zum Alltag gehörte, wurde hier zulande noch immer dem 500-Euro-Schein hinterher getrauert. Umso überraschender ist es, dass in diesem Jahr erstmals Kartenzahlung bei den Deutschen vorne liegt. Laut EHI wurden 48,6 Prozent des Gesamtumsatzes des Einzelhandel bargeldlos getätigt und nur noch 48.3 Prozent in Cash. Ganz weit vorne liegt dabei das Zahlen mit Girocard. Die PIN-basierte Methode bietet Käufern gegenüber der SEPA-Lastschrift mehr Sicherheit, ist besonders bequem und motivierte Kunden mehr zum Kauf denn je. Bei Einkäufen mit kleinen Beträgen erweist sich außerdem das kontaktlose Bezahlen als immer attraktiver. Hinzu kommt, dass vor allem viele Großhändler seit der Konditionenangleichung mit der SEPA-Lastschrift komplett auf PIN-Verfahren umgestellt haben.

Kunden wollen offline und online flexibel bezahlen

Der neue digitale Konsument erwartet Einkaufserlebnisse mit besonders flexiblen Bezahlmöglichkeiten. Kunden sind mit Kartenzahlung eher dazu bereit, mehr zu kaufen. Und das trifft nicht nur auf den Onlinehandel zu. Niemand hat heutzutage mehr Lust, noch vor jedem Kauf überlegen zu müssen, ob das Bargeld ausreichen wird. Wie oft tätigen wir besonders auch im Offlinehandel Spontankäufe. Während viele Experten noch immer den Tod des stationären Einzelhandel prophezeien, sprechen aktuelle Zahlen vom Gegenteil. So lag der Anteil von Verbrauchern, die mindestens einmal pro Woche im Laden shoppen, 2016 noch bei 46 Prozent. 2018 stieg dieser aber auf 59 Prozent. Einzelhändler sind also gut damit beraten, ihren Kunden im Geschäft auch Kartenzahlung anzubieten. Wichtiger denn je wird es in Zukunft sein, dass Konsumenten Flexibilität beim Bezahlen geboten wird. Der Einzelhandel sollte daher mit der Digitalisierung Schritt halten und jedem Konsumenten – egal, was für Bezahlvorlieben dieser hat, individuelle und flexible Zahlungsoptionen anbieten.

Kunden wollen ausführlich und individuell beraten werden

Damit flexibel auf Kundenwünsche reagiert werden kann, sollte jeder Ladenbesitzer in erster Linie sicherstellen, dass sein POS-System auf dem neuesten Stand ist. Mit diesem muss viel mehr möglich sein als die bloße Zahlungsabwicklung. Produktinformationen sollten jederzeit abrufbar sein. Ist ein Artikel beispielsweise vergriffen, so wär es vorteilhaft, dass Händler die Möglichkeit haben, diesen online in die eigene Filiale zu bestellen, um Interessenten eine optimale Verfügbarkeit zu gewährleisten. Nur so kann sich der Einzelhandel in Zukunft gegen große Onlineplayer behaupten. Denn in der Tat informieren sich 68 Prozent aller Kunden schon vor dem Kauf online ausführlich über ein Produkt. Daher hat der Konsument von heute auch in der Regel viel spezifischere Fragen zu Aufbau und Funktionen eines Produktes. Damit Verkäufer dennoch beratend tätig sein können, müssen sich diese jederzeit sehr umfassend über ein Produkt informieren können. Jedes POS-System sollte daher auch automatisiert Informationen zu Produkten einschließlich Bewertungen von Käufern anzeigen.

So transformiert sich der Einzelhandel

Händler müssen sich individuell beraten lassen, wie vorhandene Verkaufskomponenten, wie der Onlineshop, der Lagerbestand oder auch das POS-System, vernetzt werden können. Dies bedeutet jedoch nicht, dass nun jeder Ladenbesitzer in ein komplett neues Paymentsystem und Terminal investieren muss und gezwungen ist, seine vorhandene Verkaufsstruktur komplett auszutauschen. So gibt es beispielsweise Kassensysteme, die sich flexibel mit jedem Kartenlesegerät oder auch einem vorhandenen Onlineshop verknüpfen lassen. Vor allem bei der Auswahl der Kassensoftware sollten Einzelhändler sicherstellen, dass sich diese auch flexibel updatet. Änderungen der Fiskalvorschriften müssen auf jeden Fall jederzeit leicht umsetzbar sein. Wichtig ist es auch, an Tools für die Kundenbindung zu denken. Punktesammelsysteme oder individuelle Rabattmöglichkeiten müssen für jeden Kunden maßgeschneidert angeboten werden können.

Händler sollten die Digitalisierung als Chance begreifen, ihr eigenes Potenzial optimal auszuschöpfen, um sich noch besser auf die Bedürfnisse von Kunden einstellen zu können.

Quelle: Tillhub

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Annalena Rüsche
Annalena Rüsche
Annalena Rüsche befindet sich aktuell in der Vorbereitung zum Studium. Sie absolviert in unserer Redaktion ihr Jahrespraktikum. Im Anschluss will Sie "Medienmanagement" studieren. In unserer Redaktion ist sie aktuell für den Newsdesk zuständig und hält Ausblick nach aktuellen und für unsere Leser wertvollen Informationen. Sie ist unter redaktion@mittelstand-nachrichten.de direkt erreichbar.
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