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Deutschland versus Dubai: Wo sollte eine Firma gegründet werden?

Gründer suchen immer nach Möglichkeiten, ihrer Firma die besten Startvoraussetzungen zu geben. Deshalb wird auch viel darüber diskutiert, ob sich Deutschland für eine Firmengründung gut eignet oder nicht. In letzter Zeit ist die diskutierte Alternative vor allem Dubai. Oft wird über die Vorteile wie das schöne Wetter und die geringen Steuern berichtet.

Aber es wäre zu einfach, Deutschland zu verteufeln und Dubai in den Himmel zu loben. Ein ernsthafter Vergleich muss her, der nicht ausschließlich die Steuerlast beleuchtet. Die Firmengründung in Dubai muss genauso ernst diskutiert werden – mit allen Vor- und Nachteilen – wie jedes andere große Projekt. Nur so kann eine vernünftige Entscheidung getroffen werden, die wirklich alle Bereiche der Firmengründung miteinbezieht.

Steuern: Dubai liegt ganz klar vorne

Das beliebteste Argument für Dubai und gegen Deutschland ist die geringe Steuerlast. Dagegen lässt sich auch nicht viel einwenden. Dubai erhebt eine Mehrwertsteuer von fünf Prozent. Dies gilt in allen GCC-Staaten, zu denen neben den Vereinigten Arabischen Emiraten auch Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Katar und Oman gehören. Manchmal entfällt die Mehrwertsteuer sogar komplett, beispielsweise für Bildungsausgaben.

Die Zollgebühren hält man in Dubai bewusst niedrig (aktuell vier Prozent). Welche weiteren Steuern erhoben werden, hängt von der Unternehmensform ab. Den Firmensitz, die Mitarbeiter und den eigenen Wohnsitz vollständig nach Dubai zu verlegen, ist dabei die beste Option (mit Hinblick auf die Steuerlast). Deutschland kann da nicht mithalten.

Lebensgefühl: Eine Frage des eigenen Anspruchs

Wie es sich in Dubai und Deutschland leben lässt, ist eine sehr individuelle Frage. Viele Menschen lassen sich von den warmen Temperaturen und den vielen Sonnenstunden in Dubai überzeugen. Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen. Das hebt das Lebensgefühl für viele an. Manche verlegen ihren Lebensmittelpunkt komplett, andere verbringen abwechselnd Zeit in ihrer Heimat und in Dubai.

Aber man ist nun mal auch etliche Flugstunden von Deutschland entfernt. Das kann eine Distanz zur Familie und zu Freunden bedeuten. Reisebeschränkungen können dies noch einmal komplizierter machen. Außerdem schätzen viele Menschen das deutsche Sozialsystem, die direkte Art der Deutschen und generell das Leben hier – somit kann nicht pauschal behauptet werden, dass es sich in einem der beiden Länder besser leben lässt.

Politische Lage: Deutschland hat die Nase vorne

Deutschland mag steuerlich für Gründer unattraktiv wirken, aber Sicherheit ist hier eher zu erwarten. Deutschland ist ein reiches und sicheres Land. Reich ist Dubai auch, doch die politische Lage ist definitiv nicht genauso vorhersehbar wie in Deutschland.

So gibt es laut Amnesty International noch immer zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bei Themen wie LGBTQ-Rechten, Arbeitsschutz, Frauenrechten und mehr liegt Dubai also hinter Deutschland – manchmal ein wenig und manchmal sogar massiv. Religion spielt außerdem eine viel größere Rolle. Es häufen sich in den vergangenen Jahren auch die Berichte von Menschen, die erst nach Dubai ausgewandert sind und dann zurückkehrten.

Förderung von Gründern: Dubai will mehr

Es lässt sich darüber streiten, welches Land ihre Gründer mehr fördert. Aktuell muss allerdings klar unterstrichen werden, dass Dubai die Gründer hofiert. So gibt es Freizonen, in denen Gründer unter anderem günstigere Gewerbeflächen erhalten. Die Steuerlast wird aktiv niedrig gehalten. Förderprogramme bringen verschiedene Unternehmer zusammen. Interdisziplinärer Austausch steht ganz oben auf der Agenda.

In Deutschland muss nach Förderung gesucht werden, doch es gibt sie. Gerade junge Gründer werden unterstützt – mit vereinfachten Kreditanträgen oder Informationsveranstaltungen. Für Einzelunternehmer gibt es ebenfalls Steuerentlastungen. Außerdem besteht bei Misserfolg stets die Möglichkeit, durch eine Insolvenz einen Neuanfang zu starten. In Städten wie Frankfurt oder Berlin gibt es ebenso aktive Gründerszenen wie in Dubai.

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Ein Kommentar

  1. Interessant, dass Dubai eine Mehrwertsteuer von fünf Prozent erhebt. Ich suche gerade einen Notar zur Firmengründungsberatung. Ich überlege, nach Dubai auszuwandern. 

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