Hamburg (ddp.djn). Der unternehmerfreundliche Wirtschaftsrat der CDU schwenkt gut drei Wochen vor der Bundestagswahl auf einen härteren Kurs gegen überzogene Bonuszahlungen.

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«Die Regierungskommission für Corporate Governance sollte selbst Vorschläge machen, wie die Unternehmen Sonderzahlungen und Boni in Zukunft strikt an langfristigem Erfolg orientieren und Verstöße sanktionieren», sagte Präsident Kurt Lauk der «Financial Times Deutschland» (Donnerstagausgabe). Sollte diese Selbstregulierung nicht gelingen, müsse die Politik künftig in diesem Bereich die Regeln setzen. In diesem Fall sei es verständlich, dass die Politik hier zu gesetzlicher Regulierung greife. Anderenfalls gerate der Zusammenhalt der Gesellschaft in Gefahr.

Lauk unterstützt damit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihren Plänen im Wahlkampfendspurt, verbindliche Regeln für Bonuszahlungen auf internationaler Ebene durchzusetzen. Auch die Sozialdemokraten ziehen das Thema im Wahlkampf hoch.

Kommentare

  1. Triton Mole
    8. September 2009 um 20:48 Uhr

    Klingt gut.
    Aber wird eine Angela Merkel “verbindliche Regeln für Bonuszahlungen auf internationaler Ebene” durchsetzen können?
    Kann die Marionette beim Marionettenspieler Regeländerungen durchsetzen?

  2. Alex
    12. September 2009 um 15:21 Uhr

    Jeder Betrieb sollte selbst entscheiden können wieveil er jemand für gute ARbeit als Bonus auszahlt. Das ist die freie Marktwirtschaft. Wer viel ausgezalt bekommt wird die Auszahlung auch wert sein. Keiner hat doch Geld zu veschenken.
    Sonst müssen wir in Deutschland zum Kommunismus wechseln, da bekommt jeder gleich viel ausgezahlt, egal ob er viel oder wenig arbeitet und egal ob er gut oder schlecht arbeitet. Aber dass es so nicht funktioniert sollte zwischenzeitlich jedem klar sein

  3. Michael
    13. September 2009 um 13:26 Uhr

    Aber wie’s aussieht, hat das Prinzip der puren Marktwirtschaft wohl auch gerade gezeigt, dass es nicht richtig funktioniert, gerade wenn über Raffgier, Rücksichtslosigkeit und nur noch die Vermehrung des Gewinns und die Dividende für die Aktionäre im Vordergrund stehen und nicht mal mehr das eigentliche Produkt! Was man macht und wie man es macht, scheint egal zu sein, Hauptsache man verdient dabei genügend Geld!
    So kann’s ja wohl auch nicht gehen, oder?

  4. Willi
    14. September 2009 um 08:30 Uhr

    @Alex: Zunächst sollte ich Dich darauf hinweisen, daß Deutschland keine “Freie ;arktwirtschaft” , sondern eine “Soziale Marktwirtschaft” hat. Trotzdem gebe ich Dir Recht, daß jeder nach seiner Leistung und seinem Können bezahlt werden sollte. Aber gerade das Können ist doch der Knackpunkt: Wenn jemand eine Firma an die Wand fährt, bzw. in die Krise stürzt, sollte doch nicht dafür noch mit goldenen Handschlägen bzw. überzogenen Bonuszahlungen abgefunden werden. Das hat doch nichts mit Kommunismus zu tun, wenn sich der kleine Arbeitnehmer, der vielleicht nie eine Chance auf Bildung bekommen hat, oder nicht über die notwendigen Beziehungen verfügt, darüber aufregt. Dieser muß die Mißswirtschaft letzendlich ausbaden. Da man sich auf die Selbstregulierung hier nicht verlassen kann, finde ich eine solche gesetzliche Regelung nur richtig und gerecht !

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