Die FamilienunternehmerPolitik

Referentenentwurf zur Einkommensteuer

Warum der Klingbeil-Plan den Mittelstand bremst statt entlastet

Berlin, 10. August 2026 – Der neue Referentenentwurf zur Einkommensteuer von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil gerät scharf in die Kritik. Warum der Mittelstand und Die Familienunternehmer vor Mehrbelastungen, Bremsen bei der Unternehmensnachfolge und Einbußen bei der Altersvorsorge warnen.

Lars Klingbeil kann „Die Familienunternehmer“ nicht überzeugen

Der lange erwartete Referentenentwurf zur Einkommensteuer von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sorgt im deutschen Mittelstand für erhebliche Ernüchterung. Anstatt den erhofften Impuls für den Wirtschaftsstandort zu liefern, warnen Wirtschaftsverbände vor neuen steuerlichen Hürden, einer Erschwerung von Unternehmensnachfolgen und Gefahren für die betriebliche Altersvorsorge.

Minimales Entlastungsvolumen, maximale Ernüchterung

Die Bundesregierung verkauft das Vorhaben als große Entlastung. Ein genauer Blick zeigt jedoch: Die versprochene Steuerentlastung bringt im Jahr 2027 lediglich gut drei Milliarden Euro. Angesichts zeitgleich steigender Sozialabgaben und des fehlenden Ausgleichs der kalten Progression bleibt den Bürgern und Betrieben unterm Strich kaum Kaufkraft oder Investitionsspielraum.

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„Finanzminister Lars Klingbeil setzt mit diesem Entwurf auf steuerpolitische Homöopathie: minimale Entlastungen bei maximalem Wirkungsversprechen.“
— Marie-Christine Ostermann,
Präsidentin des Verbandes DIE FAMILIENUNTERNEHMER

Doppelbelastung für Personengesellschaften

In Deutschland ist die Mehrheit der Familienunternehmen als Personengesellschaft organisiert und zahlt somit Einkommensteuer. Steuererhöhungen oder Verschärfungen im Bereich der Spitzensteuersätze treffen daher nicht primär wohlhabende Privatpersonen, sondern entziehen den Betrieben direkt die Liquidität, die eigentlich für Eigenkapital, Innovationen und die Sicherung von Arbeitsplätzen eingeplant war.

„Diese als große Entlastung angekündigte Reform steckt nun voller Mehrbelastungen für Familienunternehmer. Damit ignoriert Klingbeil Unternehmertum und Unternehmensnachfolge und nimmt dem erhofften Wirtschaftsaufschwung jegliche Dynamik. Das droht den wirtschaftlichen Stillstand im siebten Jahr weiter zu verlängern.“ — Marie-Christine Ostermann

Angriff auf Betriebsnachfolge und Altersvorsorge

Besonders kritisch bewertet der Mittelstand die im Referentenentwurf zur Einkommensteuer vorgesehene Abschaffung des Freibetrags bei der Aufgabe eines Unternehmens. Viele Inhaber kleinerer und mittlerer Betriebe nutzen den Erlös aus einer Betriebsübergabe als zentralen Baustein ihrer Altersvorsorge. Wer nach Jahrzehnten harter Arbeit seine Firma verkauft, droht nun steuerlich so behandelt zu werden, als hätte er ein unerwartetes Einmaleinkommen erzielt.

Mitten in einer kritischen Nachfolgewelle – in der tausende Betriebe händeringend nach Nachfolgern suchen – baut die Politik damit zusätzliche steuerliche Hürden auf. Statt den Generationenwechsel zu erleichtern, wird die Alterssicherung von Betriebsinhabern als Ausfallbürge für staatliche Haushaltsprobleme herangezogen.

Abschließende Meinung von Sven Oliver Rüsche
(Herausgeber der Mittelstand Nachrichten)

Der aktuelle Referentenentwurf zur Einkommensteuer verfehlt das Ziel, Deutschlands Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Was der Mittelstand jetzt braucht, sind echte strukturelle Entlastungen, Rechtssicherheit bei der Unternehmensnachfolge und spürbare Anreize für Investitionen.

Transparenzhinweis: Sven Oliver Rüsche ist Stadtverordneter für die UWG Bergneustadt in seiner Heimatstadt. Seine Meinung ist entsprechend zwar Unabhängig, aber nicht politisch neutral.

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