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Virtualisierung und Transparenz in der Lizenzfrage

Server-Virtualisierung wird von vielen CIOs geschätzt, weil die Technologie zu höherer Anwendungsverfügbarkeit bei niedrigeren Energiekosten beiträgt. Doch vor der Einführung der Virtualisierung sollte auch daran gedacht werden, Software-Wartungskosten richtig einzurechnen sowie sich gegen die Gefahr von Lizenzverstößen zu schützen.

In einer virtuellen Umgebung sind die Lizenzbedingungen komplexer. Um Compliance-Verstöße und damit Nachzahlungen zu vermeiden, sollten Datacenter-Verantwortliche sich rechtzeitig informieren, um Transparenz und Rechtssicherheit zu schaffen.

CIOs mit eigenem Dell Rechenzentrum, die auf Windows Server 2012 setzen, müssen bei der Lizenzierung beachten, das Microsoft seine Lizenzierung geändert hat. Es gibt vier verschiedene Editionen: Standard, Datacenter, Essentials und Foundation. Zwar hat die Datacenter-Edition exakt die gleichen Funktionen wie die Standardausgabe, allerdings dürfen Sie statt nur zwei unbegrenzt viele virtuelle Server auf einem physischen Server betreiben. Jede Windows Server 2012-Lizenz gilt nur für zwei physische Prozessoren. IT-Verantwortliche müssen bei der Lizenzierung sowohl die physischen Prozessoren des Host-Systems als auch die virtuellen Server auf dem Host berücksichtigen.

 

Lizenzen für Desktop-Virtualisierung

Außer Servern können auch Massenspeicher, Infrastruktur und Desktop-Umgebung virtuell erzeugt werden. Einer Studie von Pierre Audoin Consultants zufolge erwarten fast zwei Drittel (63 Prozent) aller mittelständischen IT-Entscheidungsträger bis 2015 eine Zunahme ihrer Desktop-Virtualisierung. Eine virtuelle Desktop-Infrastruktur kann zwar zu niedrigeren Betriebskosten und besserer Sicherheit führen, sie birgt aber auch lizenzrechtliche Herausforderungen, schließlich müssen auch die Anwendungen auf virtuellen Arbeitsplätze über eine eigene Softwarelizenzen verfügen.

Vorsicht, Lizenzverletzung

Ein Aspekt bei der Lizenzierung virtueller Server, der oft vergessen wird, sind die Auswirkungen, die Techniken wie VM-Migration auf die Lizenzbedingungen haben. Denn die Windows Server-Lizenzen sind an die physischen Server gebunden, für die sie erworben wurden. Wenn Sie einen virtuellen Server von einem physischen Host auf einen anderen verschieben wollen, könnte das eine Lizenzverletzung bedeuten, es sei denn, der neue Host ist so lizensiert, dass die neue Virtual Machine (VM) in dessen Lizenz eingeschlossen ist – also entweder eine Datacenter-Edition oder eine Standard-Edition, auf der noch eine VM-Instanz frei ist.

Ausnahmeregeln

Unter bestimmten Bedingungen erlaubt Microsoft allerdings auch Ausnahmen bei diesen Lizenzregeln. So kann eine Windows Server 2012-Lizenz auf einen anderen physischen Server-Host übertragen werden, solange das nicht in den vergangenen 90 Tagen schon einmal passiert ist. Mit dieser Regel will Microsoft kurzfristige Lizenzvergaben für physische Hosts verhindern. VMs können dagegen zwischen ordnungsgemäß lizenzierten Hosts munter hin und her verschoben werden.

Außerdem ist das Verschieben von Lizenzen in den folgenden Situationen erlaubt:

– Umverteilung von Prozessoren von einer lizenzierten Hardwarepartition auf eine andere

– Anlegen von zwei oder mehr lizenzierten Partitionen aus einer lizenzierten Hardwarepartition

– Erstellen einer einzigen Partition aus zwei oder mehr lizenzierten Hardwarepartitionen (solange die Gesamtzahl der lizenzierten Prozessoren konstant bleibt)

– Verschiebung der Lizenz auf einen anderen Server als Folge eines dauerhaften Hardwarefehlers.

 

Dell bietet ein breites Portfolio an Server- und Rechenzentrumslösungen für Unternehmen jeder Größe. Für einen Überblick über alle angebotenen Lösungen besuchen Sie dell.de.

Geschrieben von Peter Dümig
Email: [email protected]
Twitter: PeterDatDell

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