Voll auf der Höhe: Die Tricks der Portalachsen

Die Portalachsen-Konstruktion hat aber noch weitere entscheidende Vorteile, die aufwändige Anpassungen überflüssig machen: Durch die unveränderte Lage der Starrachsen zum Chassis bleiben sowohl die Anlenkpunkte der Aufhängung, die Anbindung der Lenkung sowie die Lage der Kardanwellen identisch. Zudem gleicht die Untersetzung in den Portalgetrieben den riesigen Abrollumfang sowohl der Gelände- wie der Straßenreifen aus. Übersetzungen, Tachoantrieb und ABS‑Sensorik bleiben gleichfalls unverändert. Diese Untersetzung in den Radgetrieben hat zusätzlich den Effekt, dass das Antriebsmoment erst am Rad eingestellt wird und so die mechanischen Belastungen im gesamten Triebstrang, besonders für die Antriebswellen, reduziert werden.

Quelle: Daimler AG

Quelle: Daimler AG

Mobile Unabhängigkeitserklärung – das Fahrwerk

Das Fahrwerk basiert in seinen Grundzügen auf dem Serien-G und bietet eine perfekte Symbiose aus sportlicher Dynamik und gelassenem Komfort, sowohl onroad als auch offroad. Entscheidend wirkt sich hier die neue, aus dem Rallye-Sport abgeleitete Dämpferverstellung aus. Pro Rad sind zwei parallel geführte Feder-Dämpferbeine im Einsatz. Ein Feder-Dämpferbein arbeitet konventionell mit festgelegten Dämpferkennlinien. Das zweite Federbein verfügt über eine elektronisch geregelte Verstelldämpfung, die somit das gesamte Dämpfungsverhalten abhängig von der jeweiligen Fahrsituation variiert. Mit diesem Set-up gelingt eine deutliche Spreizung zwischen den Einstellungen SPORT und COMFORT, die der Fahrer mit einem Taster in der Mittelkonsole anwählen kann. Die Schaltzeiten zwischen den beiden Modi liegen bei rekordverdächtigen 15 Millisekunden.

Bei der dynamischen Kurvenfahrt leistet die sportliche Einstellung wertvolle Dienste, weil die deutlich steifere Anbindung des Fahrwerks höhere Kurventempi erlaubt. Steht dem Fahrer eher der Sinn nach genussvollem Cruisen, dämpft die COMFORT-Einstellung alle Unwägbarkeiten des Untergrunds souverän ab. In Extremsituationen wie plötzlichen Ausweichmanövern wird im Sinne einer möglichst hohen Fahrsicherheit automatisch auf die harte Kennung umgestellt. Die komfortable Einstellung hilft auch bei Offroadtouren, weil die Räder besseren Bodenkontakt halten. Selbst bei stark konturiertem Gelände kann jede Traktionsmöglichkeit des Untergrundes effektiv ausgenutzt werden.

Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung: Beadlock-Räder mit MT-Reifen

Speziell für harte Offroadtouren steht für den G 500 4×42 eine optimierte Bereifung zur Wahl: Mud Terrain-Reifen (M/T) mit der Dimension 37 x 12,5 x18 Zoll auf speziellen Beadlock-Rädern. Normalerweise verwehren die üblichen Felgen-/Reifen­kombinationen ein traktionsförderndes Absenken des Luftdrucks für Fahrten beispielsweise im Sand auf 0,5 bar. Hier sind 1,0 bar die unterste Grenze, weil unterhalb dieses Tiefdrucks die Reifen bei Lenkmanövern abspringen können oder eindringender Sand die Dichtfläche zwischen Reifen und Felge unterwandert und so zu einem schleichenden Plattfuß führt. Nicht so beim G 500 4×42. Hier kommen spezielle, zweiteilige 18 Zoll große Beadlock-Felgen zum Einsatz. Bei dieser Bauart wird der Reifen bei der Montage zwischen den beiden Felgenhälften und einem inneren Beadlock-Ring so fest eingeklemmt, dass er selbst bei völligem Luftverlust nicht von der Felge abrutschen oder Sand eindringen kann.

Sollte es trotz vorausschauender Fahrweise und der ausgezeichneten Boden- und Bauchfreiheit doch einmal zu einer unsanften Bodenberührung des Chassis kommen, haben auch hier die Entwickler Weitblick bewiesen und einen robusten, zweiteiligen Unterschutz in Edelstahl integriert. So sind die wichtigsten Aggregate im Front- und Heckbereich vor Einschlägen und heftigeren Stößen gut geschützt.

Sportlicher Luxus hoch zwei

Optisch lässt der G 500 4×42 keine Zweifel an seiner Passion aufkommen. Die voluminöse Bereifung, der gewaltige Abstand zum Boden, die Höhe von knapp 2,25 Meter bei einer Breite von knapp 2,10 Meter und das klare, geradlinige Design flößen schon auf den ersten Blick Respekt ein. Weitere Highlights: die Blende mit den integrierten LED-Lichtleisten oberhalb der Windschutzscheibe und die üppigen, teillackierten Kotflügelverbreiterungen – beides in edlem Karbon – sowie der Frontstoßfänger der Modelle G 63 AMG und G 65 AMG.

Sportlich-luxuriös gibt sich die Innenraumausstattung. Der G 500 4×42 bietet ein exklusives Ambiente mit dem designo Exklusivpaket. Sowohl Sitzwangen und Kopfstützen wie Armaturenbrett, Mittelkonsole und Armauflagen in den Türen sind in schwarzem designo Leder mit weißen Kontrastziernähten ausgeführt. Sitzflächen und Türpaneele sind mit Mikrofaser DINAMICA bezogen und überzeugen mit einer attraktiven Rautensteppung. Hinzu kommen DINAMICA Verkleidungen für den Dachhimmel und die Karosseriesäulen.

Der Nabel der „G“-Welt liegt in Graz

Die in Graz ansässige Mercedes-Benz G-Klasse Entwicklungsabteilung ist das Kompetenzzentrum in Sachen „G“ und zeichnet für die Entwicklung und Serienbetreuung des legendären Geländewagens verantwortlich. Zudem ist das österreichische Graz seit 1979 Produktionsstandort aller zivilen und kommerziellen G‑Klasse Fahrzeuge. Ob und wann die Entscheidung zur Serienfertigung des Mercedes-Benz G 500 4×42 fällt, hängt von der Resonanz auf das seriennahe Showcar ab.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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