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Fachkräftemangel: Weiterbildung von Hilfskräften könnte ein Sechstel der Lücke schließen – besonders in Pflegeberufen

Durch Weiterbildung und Höherqualifizierung von Hilfskräften könnte die Fachkräftelücke in Deutschland bei Ausbildungsberufen um knapp 17 Prozent oder ein Sechstel verringert werden. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über die die „Rheinische Post“ (Mittwochsausgabe) berichtet. Das Kofa unterstützt kleine und mittlere Unternehmen im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums dabei, Fachkräfte zu finden, zu binden und zu qualifizieren.

Fachkräftemangel: Weiterbildung von Hilfskräften könnte Lücke schließen

Im Jahr 2025 konnten der Studie zufolge rund 1,3 Millionen arbeitslose Hilfskräfte rechnerisch keine passende Stelle in ihrem gewünschten Zielberuf finden. Gleichzeitig fehlten mehr als 225.000 qualifizierte Fachkräfte in Berufen, die in der Regel eine berufliche Ausbildung voraussetzen. Durch die Qualifizierung arbeitsloser und beschäftigter Helfer könnten bis zu 38.204 Stellen für ausgebildete Fachkräfte oder 16,9 Prozent besetzt werden. Besonders groß ist das Potenzial in Gesundheits- und Pflegeberufen.


Zum Thema: Interview zum Thema Fachkräftemangel mit Reiner Huthmacher

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Das Institut stützt sich auf Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des ihm angehängten Instituts für Arbeits- und Berufsforschung (IAB). Auf dem Arbeitsmarkt fehle es nicht grundsätzlich an Arbeitskräften, so das Kofa, sondern vor allem an passenden Qualifikationen. Während viele arbeitslose Helfer keine passende Stelle in ihrem gewünschten Zielberuf finden, bestünden gleichzeitig erhebliche Engpässe bei qualifizierten Fachkräften. Ein großes Potenzial für die Fachkräftesicherung liege daher in der Qualifizierung von An- und Ungelernten ohne beruflichen Abschluss.

In der Altenpflege standen 2025 einer Fachkräftelücke von 15.233 Stellen 25.113 arbeitslose Helfer gegenüber, errechnete das Kofa. In der Gesundheits- und Krankenpflege gab es eine Fachkräftelücke von 13.390 Stellen und 4.549 arbeitslose Helfer. Fachkraftberufe in der Altenpflege sowie in der Gesundheits- und Krankenpflege zählten zu den reglementierten Berufen. Um dort als Fachkraft tätig zu sein, sei daher der Erwerb eines formalen Berufsabschlusses Voraussetzung, so das Kofa. Auch bereits beschäftigte Helfer bildeten eine wichtige Potenzialgruppe. Durch ihre Qualifizierung ließen sich Engpässe mindern. Würden sich 4,9 Prozent aller beschäftigten Helfer in der Altenpflege und 6,6 Prozent der beschäftigten Helfer in der Gesundheits- und Krankenpflege qualifizieren, könnten sämtliche Engpässe in den entsprechenden Fachkraftberufen geschlossen werden, so die Studie.

Foto: Medizinisches Personal in einem Krankenhaus (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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