FinanzenWirtschaft

Dax steigt nach Fed-Entscheidung – Öl- und Gaspreise geben nach

Am Donnerstag hat der Dax zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.717 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start konnte der Dax am Nachmittag seine Zugewinne ausbauen.

„Mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank ist Optimismus an die Aktienmärkte zurückgekehrt“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Der Dax konnte im Tagesverlauf seine Gewinne kontinuierlich ausbauen und Richtung 26.000 Punkte laufen. Für Erleichterung auf dem Börsenparkett sorgte dabei weniger die Zinserhöhung selbst als vielmehr die Aussicht auf eine wieder nachvollziehbare und klare geldpolitische Linie in den USA.“

Die Fed habe mit ihrer Entscheidung viel Druck von den Finanzmärkten genommen und sich gleichzeitig selbst wieder mehr Handlungsspielraum verschafft, erklärte der Analyst. „Jetzt geht es darum, aus der zurückgewonnenen geldpolitischen Klarheit auch wieder Vertrauen am US-Anleihemarkt entstehen zu lassen.“

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Entscheidend werde dabei die Entwicklung der langfristigen Renditen. „Diese werden nicht von heute auf morgen sinken“, so Lipkow. „Dafür müssen die Investoren zunächst wieder stärkeres Vertrauen in US-Staatsanleihen fassen. Die Fed kann den Weg für niedrigere Renditen ebnen, gehen muss ihn der Anleihemarkt am Ende selbst.“

Der Dax profitiere davon zwar nur indirekt, dafür aber umso mehr von der zurückkehrenden Risikobereitschaft internationaler Investoren, erklärte der Analyst. „Deutsche Aktien bleiben allerdings eine Wette auf eine konjunkturelle Erholung in Europa, die wiederum maßgeblich von der weiteren Entwicklung der US-Wirtschaft abhängt.“

Zusätzliche Unterstützung kam Lipkow zufolge von den rückläufigen Energiepreisen. „Nachrichten über neue Öllieferwege im Nahen Osten drückten den Preis für Brent-Rohöl wieder näher an die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar heran“, erklärte er. „Je näher die Schwelle kommt, desto größer dürfte die Erleichterung an den Aktienmärkten werden. Ein nachhaltiger Rückgang unter 100 Dollar würde den Inflationsängsten wieder deutlich an Schärfe nehmen und der Erholung an den europäischen Börsen zusätzlichen Rückenwind verleihen.“

Bis kurz vor Handelsschluss rangierten die Papiere von Siemens Energy, Qiagen und Volkswagen an der Spitze der Kursliste. Das Schlusslicht bildeten die Aktien von Heidelberg Materials, Deutscher Telekom und Fresenius Medical Care.

Gaspreise sind gesunken

Unterdessen sank der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Oktober kostete 77 Euro und damit zwei Prozent weniger als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund zwölf bis 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Der Ölpreis sank ebenfalls: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 103,50 US-Dollar, das waren 235 Cent oder 2,2 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1480 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8711 Euro zu haben.

Foto: Frankfurter Börse (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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