FinanzenWirtschaft

Dax startet schwächer: Hexensabbat und Erzeugerpreise belasten

Der Dax ist am Freitag mit Verlusten in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.610 Punkten berechnet und damit 0,4 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.

„Die asiatischen Börsen haben zum Wochenschluss die positiven Vorgaben der Wall Street größtenteils aufgenommen“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Vor allem Technologiewerte waren die Zugpferde, während fallende Ölpreise und sinkende Renditen den Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind verliehen. Die großen Indizes in China, Japan und Südkorea konnten deutlich zulegen.“

„Für Bewegung sorgte die Bank of Japan. Sie erhöhte den Leitzins zwar um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent, die Entscheidung fiel mit sieben zu zwei Stimmen allerdings nicht einstimmig aus. Insgesamt hat der Markt den Auftritt der Notenbank deshalb taubenhafter aufgenommen als erwartet, was den Yen anschließend unter Druck setzte. Das Abstimmungsergebnis zeigt, dass die Bank of Japan bei der weiteren Straffung der Geldpolitik nur vorsichtig vorgehen dürfte.“

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Hexensabbat ist heute Mittag auf der Agenda

„Nachdem die wichtigsten Notenbankentscheidungen der Woche hinter den Anlegern liegen, rückt heute der Hexensabbat in den Mittelpunkt. Zur Mittagszeit werden zunächst Indexoptionen und Futures abgerechnet, bevor zur Schlussauktion die Aktienoptionen folgen. Rund um diese Termine kann es bei einzelnen Indizes und Aktien zu größeren Kursausschlägen kommen. Nicht jede ungewöhnliche Bewegung am heutigen Handelstag sollte deshalb gleich als neues Marktsignal interpretiert werden. Am großen Verfallstag bestimmen zeitweise die Positionierungen an den Terminbörsen stärker die Kurse als die fundamentalen Nachrichten.“

„Für den Dax kommt am Morgen noch ein Belastungsfaktor hinzu. Die deutschen Erzeugerpreise sind stärker als erwartet gestiegen. Nachdem bereits die Großhandelspreise nach oben überrascht hatten, verdichten sich damit die Hinweise auf wieder zunehmenden Preisdruck in Deutschland. Fallende Energiepreise nehmen den Märkten derzeit Inflationssorgen, während die deutschen Preisdaten gleichzeitig in die andere Richtung zeigen. Für die Anleger ist die Inflationsdebatte damit noch längst nicht vom Tisch.“

„Der Handelsstart dürfte zunächst etwas verhaltener ausfallen, zumal viele der positiven Impulse bereits gestern Nachmittag in den Kursen verarbeitet wurden. Nach der ereignisreichen Notenbankwoche könnte der Hexensabbat heute für zusätzliche Bewegung sorgen, ohne dem Markt zwangsläufig eine neue Richtung vorzugeben“, sagte Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1479 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8712 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte deutlich profitieren, am Morgen wurden für eine Feinunze 4.392 US-Dollar gezahlt (+1,3 Prozent). Das entspricht einem Preis von 123,02 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis sank unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 102,70 US-Dollar, das waren 215 Cent oder 2,1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: Frankfurter Börse (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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