• Deutsche planen weit im Voraus und stornieren nur selten
• Brasilianer buchen last minute, treten aber nur jede dritte Buchung an
• Mehr Stornierungen via Smartphone
• Intransparenz der Stornierungsbedingungen verunsichert Reisende
• Storno-Quote der Anbieter im Ferienhausmarkt enorm

Die Urlaubsbuchungen haben sich wie die Temperaturen in diesem Sommer rekordverdächtig entwickelt. Die zahlreichen Sonnenstunden in Deutschland haben etliche Bundesbürger dazu bewogen, Urlaub im eigenen Land zu machen. So hat die Ferienhaus-Suchmaschine Holidu  in den Monaten Juni und Juli vor allem verstärkt Last-Minute-Buchungen für deutsche Reiseziele verzeichnet. Doch viele Sommerurlaube nach Mallorca, Kroatien und Co. wurden bereits weit im Voraus geplant. Können Sie Reisen einfach stornieren – und zu welchen Bedingungen? Wer macht von Rücktrittsmöglichkeiten besonders oft Gebrauch? Das Münchner Unternehmen Holidu, das weltweit in 21 Märkten aktiv ist, hat das Buchungs- sowie Stornierungsverhalten verschiedener Nationen ausgewertet und verglichen. Zudem wurde untersucht, inwiefern eine hohe Storno-Quote auch durch Anbieter entsteht.

Diese Nationalitäten stornieren ihren Ferienhausurlaub am häufigsten

Das Münchner Unternehmen Holidu, das weltweit in 21 Märkten aktiv ist, hat das Buchungs- sowie Stornierungsverhalten verschiedener Nationen ausgewertet und verglichen. Zudem wurde untersucht, inwiefern eine hohe Storno-Quote auch durch Anbieter entsteht.

Quelle: Holidu GmbH

Wann Urlaubsreisen gebucht werden

Vor allem Deutsche, Österreicher und Schweizer planen ihre Sommerurlaube bereits zu Beginn jedes Jahres. „Wir verzeichnen in diesen Märkten die meisten Suchanfragen und Buchungen jeweils im Januar“, so Holidu-Gründer Johannes Siebers. „Etwas später, circa 66 Tage vor Reiseantritt, buchen Briten und Nordeuropäer ihren Sommerurlaub.” Italiener befassen sich mit der Reiseplanung hingegen erst viel später. „Hier wird eher im April oder Mai ein Reiseziel ins Auge gefasst“, so Johannes Siebers. Noch spontaner entscheiden sich Spanier und Brasilianer, die rund 40 Tage vor Reiseantritt buchen. Insgesamt gibt es im Juli und bis Anfang August in allen Märkten einen großen zweiten Peak, wenn Last-Minute- Buchungen für den Sommer stattfinden.

Diese Nationalitäten stornieren ihren Ferienhausurlaub am häufigsten

Wer lange im Voraus bucht, bleibt seinen Plänen anscheinend auch treu. In Deutschland werden nur 21 Prozent aller Buchungen storniert – die niedrigste Rate in Europa. Bei den Kunden aus der Schweiz und den Niederlanden beträgt die Stornierungsrate 23 Prozent, gefolgt von Frankreich mit 26 Prozent und Österreich mit 27 Prozent.
Weniger entschlossen zeigen sich die Spanier: Hier werden 39 Prozent aller Buchungen storniert. Noch öfter treten Portugiesen und Italiener von ihren Reiseplänen zurück, die Stornierungsrate liegt bei je rund 45 Prozent. Am unbeständigsten zeigen sich die Brasilianer, die stattliche 70 Prozent aller Buchungen stornieren – so bleibt also nur etwa eine von drei Buchungen bestehen.

Mehr Stornierungen via Smartphone

Reisen werden zunehmend am Smartphone gebucht. „Über 60 Prozent unseres Traffics kommt bereits über mobile Endgeräte“, so Johannes Siebers von Holidu. „Viele unserer Kunden schätzen es, unterwegs oder gemütlich auf der Couch mit dem Smartphone in der Hand ihre Reisen zu planen.“ Doch es zeigt sich: Die schnelle Buchung via Handy wird im Durchschnitt häufiger widerrufen als wenn über den Computer gebucht wird.
Hier führen die Belgier, die ihr Ferienhaus circa doppelt so oft via Smartphone stornieren. Auch Nationen, die kurzfristiger buchen, widerrufen ihre Reisen besonders häufig über das Smartphone, wie Brasilien, Italien, Spanien und Portugal. Ebenso treten die Deutschen, Österreicher und Schweizer mit einem mobilen Endgerät vermehrt von ihrer Reise zurück, wobei der Unterschied weniger stark ausfällt (circa sechs Prozent häufiger).

Stornierungsbedingungen für Ferienhäuser

„Die Stornobedingungen im Ferienhausmarkt werden sehr unterschiedlich gehandhabt“, so Johannes Siebers. Die von ihm und seinem Bruder gegründete Metasuchmaschine Holidu vergleicht Millionen Ferienhäuser von zahlreichen Anbietern und bildet so das Angebot des Marktes ab. Dabei sind die Bedingungen im Falle eines Rücktritts sehr unterschiedlich. „Die Intransparenz verunsichert die Urlauber. Nicht nur die Höhe der Stornokosten variiert, sondern auch die Kulanz der Anbieter“, so Siebers. In schwerwiegenden Fällen wie einer ernsten Krankheit oder einem Todesfall in der Familie bekommen Urlauber häufig den bereits geleisteten Betrag zurück. In anderen Fällen müsse jedoch zumindest ein Teilbetrag oder gar die volle Summe vom Buchenden geleistet werden. In der Regel wird der Reiserücktritt teurer je später Kunden absagen.

Quelle: Holidu GmbH

Wenn der Anbieter eine Buchung ablehnt

Nicht selten lehnen Anbieter Buchungen ab. Denn die Verfügbarkeit vieler Ferienhäuser muss vor der tatsächlichen Buchung vom Kunden erst angefragt werden. „Die Quote der abgelehnten Buchungen seitens der Anbieter ist im Ferienhausmarkt leider immer noch unglaublich hoch. Das liegt daran, dass der Markt noch nicht vollständig im Online-Geschäft angekommen ist“, so Siebers. Daher setze sein Geschäftsmodell vor allem auf ein großes Angebot sofort buchbarer Unterkünfte. „Weltweit können wir Kunden das größte Angebot an Ferienhausanbietern mit sofort buchbaren Unterkünften bieten. Auf unserer Internetseite kann dazu der entsprechenden Filter aktiviert werden, sodass nur sofort buchbare Ferienhäuser vorgeschlagen werden.” Johannes Siebers sieht trotz dieser positiven Entwicklung im Gros des Marktes Nachholbedarf. „Der Ferienhausmarkt ist milliardenschwer – und er boomt mehr denn je. Dennoch: Im Hinblick auf die Digitalisierung hinkt er deutlich hinterher. Hier gibt es noch viel aufzuholen, das Potenzial ist enorm.“
Die Daten wurden aus der Holidu-Datenbank erhoben. Die Metasuchmaschine vergleicht Millionen Angebote hunderter Anbieter. Das Münchner Unternehmen ist weltweit aktiv und betreibt lokale Internetseiten in 21 Ländern. Die Daten beziehen sich auf den Zeitraum Januar 2017 bis Juli 2018.

Quelle: Holidu GmbH

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Annalena Rüsche
Annalena Rüsche
Annalena Rüsche befindet sich aktuell in der Vorbereitung zum Studium. Sie absolviert in unserer Redaktion ihr Jahrespraktikum. Im Anschluss will Sie "Medienmanagement" studieren. In unserer Redaktion ist sie aktuell für den Newsdesk zuständig und hält Ausblick nach aktuellen und für unsere Leser wertvollen Informationen. Sie ist unter redaktion@mittelstand-nachrichten.de direkt erreichbar.
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