Um das Thema KI ranken sich viele Missverständnisse und Mythen. Die AI4U, eine von Deutschlands führenden Konferenzen zum Thema Künstliche Intelligenz, die sich interdisziplinär an alle Stakeholder in diesem Themenumfeld richtet, erklärt in einer vereinfachten Infografik, wo KI die Intelligenzleistung des Menschen heute übertrifft und wo es auch in absehbarer Zukunft nicht ohne den Faktor Mensch gehen wird.

Der Nutzen von künstlich intelligenten Computersystemen für die Menschheit wird in der Öffentlichkeit äußerst kontrovers diskutiert. Bedeutet KI für die einen das Ende stupider Arbeiten und einen Aufbruch in neue Aufgabenfelder, sehen andere vor allem die Bedrohung ganzer Berufsgruppen darin. Tatsache aber ist: KI ist heute noch weit davon entfernt, den Menschen in all seinen Intelligenzleistungen zu ersetzen!

Zwar kann KI in kürzester Zeit gigantische Datenmengen verarbeiten, daraus Muster und Zusammenhänge erkennen, Rückschlüsse ziehen und Vorhersagen treffen. Die Logik hinter den Zusammenhängen aber sieht KI nicht. Denn die menschliche Intelligenz, grob aufgeteilt in die Bereiche Wahrnehmung, Denken, Wissen und Lernen/Trainieren, wird in ihrer Komplexität und Leistungsfähigkeit von KI-Systemen längst nicht erreicht. Prof. Dr. Andreas Dengel, Standortleiter am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern und Fachbeirat der AI4U erklärt: „KI-Systemen fehlt ein Bewusstsein. Beispielsweise übersetzen sie heute in Realzeit besser als die allermeisten Simultandolmetscher, haben aber keine Ahnung, welche Sprache sie übersetzen, was der Text bedeutet und welche Wirkung er auf den Leser hat.“

Fähigkeit der Wahrnehmung:

Anders als beim Menschen sind die Wahrnehmungsfähigkeiten von KI-Systemen genau auf vorgegebene Aufgaben beschränkt. Beispielsweise ist es aktuell noch unmöglich, mit Hilfe von KI-Technologie beliebige Auffälligkeiten auf beliebigen Röntgenbildern zu erkennen. Wenn es aber darum geht, spezifische visuelle, akustische oder haptische Signale anhand vorgegebener Muster auszuwerten und miteinander zu vergleichen, ist KI dem Menschen überlegen.

Fähigkeit des Denkens:

Denkleistung ist nach wie vor die Domäne des Menschen. Nur der Mensch ist aktuell in der Lage, logische Schlussfolgerungen zu ziehen, Zusammenhänge zu abstrahieren und Transferleistungen zu vollziehen. Auch die für Menschen typische Fähigkeit, aus Kreativität heraus Neues zu schaffen oder Probleme zu lösen kann momentan nicht von KI übernommen werden.

Fähigkeit des Wissens:

Wissen zu sammeln und zu speichern zählt seit jeher zu den Kernaufgaben von Computern. Aber anders als der Mensch, der Wissen auch durch Erkenntnis erhalten kann, verfügen künstlich intelligente Systeme nur über das Wissen, welches ihnen explizit beigebracht wurde. Auch unspezifisches Wissen, das Menschen oft in unerwarteten Situationen weiterhilft wie das sog. „Bauchgefühl“, können KI-Systeme weder lernen noch abrufen.

Fähigkeit des Lernens/Trainierens:

Lernen bzw. Trainieren können künstlich intelligente Systeme vor allem auf Basis von großen Datenmengen. Diese werden benötigt, um Muster zu erkennen und nach dem Try and Error-Verfahren Zusammenhänge zu erkennen, Rückschlüsse ziehen und Vorhersagen zu treffen. Gelerntes zu abstrahieren und auf andere Problemstellungen zu übertragen ist bislang aber dem Menschen vorenthalten.

Quelle: AI4U Konferenz

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Annalena Rüsche
Annalena Rüsche
Annalena Rüsche befindet sich aktuell in der Vorbereitung zum Studium. Sie absolviert in unserer Redaktion ihr Jahrespraktikum. Im Anschluss will Sie "Medienmanagement" studieren. In unserer Redaktion ist sie aktuell für den Newsdesk zuständig und hält Ausblick nach aktuellen und für unsere Leser wertvollen Informationen. Sie ist unter redaktion@mittelstand-nachrichten.de direkt erreichbar.
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