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Mitarbeitergewinnung im Handwerk funktioniert heute digital

Angesichts des demografischen Wandels und eines zunehmenden Fachkräftemangels muss das Handwerk neue Wege beschreiten, um qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Während bewährte Methoden wie persönliche Empfehlungen und Anzeigen in lokalen Zeitungen weiterhin eine Rolle spielen, zeigt sich, dass die Digitalisierung bei der Mitarbeitergewinnung im Handwerk unverzichtbar geworden ist. Doch wie lassen sich potenzielle neue Mitarbeiter über das Internet erreichen? Darum soll es in diesem Artikel gehen.

Der Fachkräftemangel im Handwerk

Die Handwerksbranche steht vor einer großen Herausforderung: Der Fachkräftemangel ist spürbar und die Mitarbeitergewinnung im Handwerk wird immer schwieriger.

Laut einer Untersuchung der Handwerkskammern sehen sich viele Handwerksbetriebe außerstande, ihre offenen Stellen zu besetzen. Die Dringlichkeit, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, ist größer denn je. Denn es gibt folgende Probleme:

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  • Überalterung der Belegschaft.
  • Sinkende Bewerberzahlen für Ausbildungsplätze.
  • Zunehmende Konkurrenz durch andere Branchen.

Diese Faktoren zeichnen ein düsteres Bild für die Zukunft, wenn nicht schnell und effizient gegengesteuert wird.

Die Rolle der Digitalisierung

Die Digitalisierung hat bereits viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens verändert. Auch die Art und Weise, wie Unternehmen nach neuen Mitarbeitern suchen, hat sich grundlegend gewandelt.

Während früher Anzeigen in lokalen Zeitungen und Mund-zu-Mund-Propaganda die bevorzugten Mittel waren, müssen Handwerksbetriebe heute digitale Kanäle in ihre Rekrutierungsstrategien integrieren.

Social Media als Rekrutierungskanal

Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram, LinkedIn und Xing bieten neue Möglichkeiten, um junge Talente auf sich aufmerksam zu machen. Solche Plattformen bieten die Gelegenheit, den Betrieb authentisch und nahbar zu präsentieren, was besonders für die jüngeren Generationen attraktiv ist. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Zielgerichtete Werbung: Mit gezielten Werbekampagnen kann man spezifische Zielgruppen ansprechen.
  • Employer Branding: Man kann eine starke Marke als Arbeitgeber aufbauen und das Betriebsklima präsentieren.
  • Einfache Kontaktaufnahme: Interessenten können unkompliziert und schnell eine Kontaktaufnahme initiieren.

Aktuell nutzen schon viele Handwerksbetriebe Social Media, um ihre Außendarstellung zu verbessern. Dennoch besteht hier weiterhin ein großer Nachholbedarf, vor allem bezüglich der professionellen Nutzung solcher Plattformen.

Online-Jobbörsen und Arbeitgeberbewertungsportale

Neben den sozialen Netzwerken spielen auch spezialisierte Plattformen für die Mitarbeitergewinnung eine wichtige Rolle. Online-Jobbörsen und Arbeitgeberbewertungsportale wie Indeed, Monster oder Kununu bieten Handwerksbetrieben die Möglichkeit, ihre Stellenangebote einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zudem ermöglichen Arbeitgeberbewertungsportale, dass potenzielle Bewerber authentische Einblicke in das Unternehmen gewinnen.

Vorteile von Online-Jobbörsen:

  • Hohe Reichweite: Stellenangebote erreichen potenzielle Bewerber bundesweit oder sogar international.
  • Zielgerichtete Anzeigen: Durch spezifische Filtermöglichkeiten kann man die Suche nach bestimmten Qualifikationen und Erfahrungen eingrenzen.
  • Schnelligkeit und Aktualität: Neue Stellen können sofort veröffentlicht werden und sind sofort abrufbar.

Ein weiterer Pluspunkt dieser Plattformen ist, dass sie häufig Lösungen zur automatisierten Bewerberverwaltung bereitstellen. Dies spart Zeit und Ressourcen, die in traditionelle Bewerbungsprozesse investiert werden müssten.

Die Bedeutung der eigenen Unternehmenswebsite

Eine weitere wichtige Komponente ist die firmeneigene Website. Diese sollte nicht nur professionell gestaltet sein, sondern auch gezielt Informationen für potenzielle Bewerber bereitstellen. Dazu zählen:

  • Eine klare Darstellung der Unternehmensphilosophie und -werte.
  • Ein Bereich „Karriere“ oder „Jobs“, der aktuelle Stellenausschreibungen auflistet.
  • Einblicke in den Arbeitsalltag im Unternehmen, beispielsweise durch Blogbeiträge oder Videos.

Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Durch eine optimierte Website wird sichergestellt, dass potenzielle Bewerber das Unternehmen leicht über Suchmaschinen finden können. SEO-Strategien umfassen:

  • Verwendung relevanter Keywords.
  • Regelmäßige Aktualisierung der Inhalte.
  • Technische Optimierungen zur verkürzten Ladezeit und mobilem Zugriff.

Digitalisierung und traditionelle Werte: Eine Synthese

Trotz aller digitalen Möglichkeiten bleibt eines essenziell: Die Authentizität und Persönlichkeit eines Handwerksbetriebs. Dies kann durch verschiedene Maßnahmen sichergestellt werden:

  • Persönliche Geschichten: Erfolgsgeschichten und Erfahrungen von Mitarbeitern können potenzielle Bewerber inspirieren.
  • Transparenz: Einblicke in den Arbeitsalltag und die Unternehmenskultur schaffen Vertrauen.
  • Interaktionen: Durch direkte Kommunikation, beispielsweise über Social Media und Websites, kann man den Kontakt zu Bewerbern persönlicher gestalten.

Weiterbildung und Schulungen für digitale Kompetenzen

Um die Möglichkeiten der Digitalisierung effektiv nutzen zu können, sind digitale Kompetenzen unabdingbar. Dies gilt sowohl für die Unternehmensführung als auch für die Mitarbeiter. Daher ist es sinnvoll, in gezielte Weiterbildungen und Schulungen zu investieren.

Technologien für die Zukunft: KI und Automatisierung

Neben klassischen digitalen Kanälen eröffnen fortschrittliche Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung neue Horizonte in der Mitarbeitergewinnung.

KI-gestützte Lösungen können dazu beitragen, Bewerbungsprozesse zu optimieren und die Bewerberqualität zu erhöhen. Zu den möglichen Anwendungen zählen:

  • Automatisierte Vorauswahl von Bewerbern auf Basis vorab definierter Kriterien.
  • Chatbots zur schnellen Beantwortung häufig gestellter Fragen von Interessenten.
  • Vorhersagemodelle, die abschätzen können, welche Bewerber am besten zum Unternehmen passen.

Diese innovativen Technologien bieten nicht nur eine erhebliche Zeitersparnis, sondern können auch die Qualität des Auswahlprozesses steigern.

Kooperationen und Netzwerke

Kooperationen mit Bildungsinstitutionen und Netzwerken innerhalb der Handwerksbranche können ebenfalls entscheidend bei der Mitarbeitergewinnung sein.

Schulen, Berufsschulen und Hochschulen sind potenzielle Partner, mit denen man enger zusammenarbeiten sollte, um Praktikumsplätze, Ausbildungsstellen oder duale Studiengänge anzubieten.

Zudem kann die Zusammenarbeit mit anderen Handwerksbetrieben oder Branchenorganisationen helfen, das eigene Netzwerk zu erweitern und Fachkräfte zu gewinnen.

Vorteile von Kooperationen:

  • Zugang zu jungen Talenten.
  • Gemeinsame Ausbildungsprojekte.
  • Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer.

Durch den Aufbau solcher Partnerschaften kann man nicht nur die Attraktivität des eigenen Betriebs erhöhen, sondern auch aktiv zur Imagepflege des gesamten Handwerks beitragen.

Messbarkeit und Erfolgskontrolle

Schließlich ist die Messbarkeit des Erfolgs von Rekrutierungsmaßnahmen ein wichtiges Thema. Es ist notwendig, ständig zu überprüfen, welche Strategien und Kanäle am effektivsten sind und wo noch Verbesserungsbedarf besteht.

Hier kommen digitale Analysetools ins Spiel, die detaillierte Einblicke in die Performance von Stellenanzeigen, Social Media Kampagnen und Website-Traffic bieten.

Diese Daten sind wichtig, um den Prozess der Mitarbeitergewinnung kontinuierlich zu optimieren und sicherzustellen, dass Ressourcen zielgerichtet und effizient eingesetzt werden.

Fazit: Ein ganzheitlicher Ansatz ist notwendig

Die Mitarbeitergewinnung im Handwerk wird immer komplexer und erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Online-Maßnahmen bieten enorme Chancen, jungen Menschen die attraktiven Seiten eines Handwerksberufs näherzubringen.

Dabei gilt es, mehrere Kanäle gleichzeitig zu bedienen und miteinander zu verknüpfen. Der Mix aus Social Media, Online-Jobbörsen, einer optimierten Unternehmenswebsite und der klassischen Rekrutierung schafft die besten Voraussetzungen, um die benötigten Fachkräfte zu gewinnen.

Schlussendlich ist es die Kombination aus Tradition und Innovation, die den Weg in eine erfolgreiche Zukunft ebnen wird. Während das Handwerk fest in seinen traditionellen Werten verankert bleibt, muss es die modernen Werkzeuge der digitalen Welt nutzen, um am Ball zu bleiben. So kann man nicht nur den bestehenden Fachkräftemangel bewältigen, sondern sich auch als attraktiver Arbeitgeber im Markt positionieren.

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