Berlin. Die Deutsche Bundesbank rechnet mit einer anhaltenden, wenn auch etwas schwächeren Konjunkturerholung in Deutschland. Nach einem recht dynamischen Sommerhalbjahr sei das laufende Winterhalbjahr von nachlassender wirtschaftlicher Dynamik geprägt, sagte ihr Präsident Axel Weber am Donnerstag in Berlin. «Da eine Reihe von Sondereffekten wie der Lagerzyklus oder Teile des Konjunkturprogramms an Wirkung verlieren, ist diese Entwicklung aber wenig überraschend», fügte Weber hinzu.

Die Bundesregierung befinde sich mit ihrer neuen Prognose zur Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf der Linie der Bundesbank, sagte Weber unter Verweis auf Beratungen mit der Regierung am Donnerstag. «Der Jahreswirtschaftsbericht ist weitgehend in der Prognose der Wirtschaftsentwicklung mit unserer eigenen Erwartung identisch», sagte er.

Die Bundesbank hat für 2010 ein BIP-Wachstum von 1,6 Prozent prognostiziert. Die Regierung sieht in ihrer am kommenden Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden Projektion laut Berichten und Aussagen aus dem Finanzministerium 1,5 Prozent Wachstum. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte allerdings erst am Mittwochabend gesagt, letzte Berechnungen stünden noch aus.

Das deutsche BIP war im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent und damit etwas stärker als erwartet gesunken. Beobachter gehen deshalb überwiegend davon aus, dass das BIP im Schlussquartal 2009, für das noch keine gesonderten Daten vorliegen, weniger stark als im dritten Quartal (plus 0,7 Prozent) gestiegen ist. Das Statistische Bundesamt wird einen ersten Ausweis für das vierte Quartal am 12. Februar veröffentlichen.

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