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Deutschland sucht Arbeitskräfte: Was sind die Gründe für den Personalmangel?

In den Medien ist bereits seit einiger Zeit immer wieder von dem Problem des Fachkräftemangels zu lesen. Besonders mittelständische Unternehmen haben mittlerweile große Probleme damit, geeignetes Personal zu finden. Dies bedeutet nicht nur für den Arbeitgeber große Nachteile. Auch die Mitarbeiter erfahren dadurch deutliche Mehrbelastungen. 

Doch welche Gründe sind eigentlich für den immer weiter um sich greifenden Personalmangel in zahlreichen Branchen verantwortlich? Dieser Frage geht der folgende Beitrag auf den Grund. 

Fachkräftemangel in zahlreichen Branchen zu spüren

Insbesondere das Handwerk und der soziale Bereich bekommen den akuten Fachkräftemangel zu spüren. Allerdings sind daneben auch immer mehr andere Branchen betroffen, die bis dato keinerlei Schwierigkeiten damit hatten, neue Mitarbeiter zu finden, wie zum Beispiel die MINT-Branchen. Demnach werden auch in den Bereichen Ingenieur- und Naturwissenschaften, Informatik, Mathematik und Technik händeringend Menschen gesucht. 

Aktuell gibt es nahezu 540.000 offene Stellen in Deutschland, deren Besetzung regelmäßig nicht möglich ist, wie Statistiken des IW, des Instituts der Deutschen Wirtschaft, zeigen. Tag für Tag gibt es so zahlreiche unbesetzte Positionen, ob Jobs auf dem Bau, in der Zustellung, im Einzelhandel oder in der Pflege. Oft können so nicht nur Stellen für Fachkräfte, sondern auch herkämmliche Arbeiterjobs nicht mehr besetzt werden. Dies zeigt beispielsweise die große Anzahl an offenen Stellenangeboten in Braunschweig.

Auf diese Gründe lässt sich der Fachkräftemangel zurückführen

Die Gründe für den bereits seit längerem anhaltenden Fachkräftemangel zeigen sich vielfältig. 

Ungleichgewicht zwischen Absolventen und Auszubildenden

Besonders im Handwerk in Deutschland können viele Ausbildungsplätze nicht besetzt werden, während in anderen Branchen ein Absolventen-Überangebot besteht. 

Nach der Schule zieht es immer mehr junge Menschen an die Universitäten, sodass nicht-akademische Ausbildungen besonders unter dem fehlenden Zulauf leiden. Das Gleiche gilt auch für Ausbildungsberufe im sozialen Bereich, beispielsweise in der Alten- und Krankenpflege.

Zuspitzung des demografischen Wandels

Der Ursprung des Fachkräftemangels liegt jedoch nicht nur im Bereich der Ausbildung, sondern auch in der generellen Verteilung der Bevölkerung. Die Altersstruktur der deutschen Bürger zeigt sich als immer ungleicher verteilt, da es wesentlich mehr ältere als junge Menschen gibt. 

Der Grund dafür ist, dass die Geburtenrate zwischen den 1990er- und den 2000er-Jahren stark gesunken ist. Die geburtenstarken Jahrgänge, die vor allem die 1960er-Jahre dominierten, kommen in das Rentenalter. Deshalb ist auch heute bereits sicher, dass der Fachkräftemangel sich in den kommenden Jahren noch weiter zuspitzen wird. 

Mehr Schulabgänger ohne Abschluss

Allerdings hält der Arbeitsmarkt in Deutschland durchaus auch viel ungenutztes Potential bereit, wie zum Beispiel junge Menschen, die weder über eine Berufsausbildung verfügen noch einem Job nachgehen. 

Dies betraf im Jahr 2022 etwa jeden zehnten Deutschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. 

Hohe Arbeitsbelastung bei niedrigem Lohn

Nicht zu vernachlässigen ist im Hinblick auf den Fachkräftemangel auch, dass in vielen Branchen eine sehr hohe Arbeitsbelastung herrscht, der Lohn diese aber nicht widerspiegelt. 

Dies ist vor allem in sozialen Berufen der Fall, wie Erzieher- oder Pflegeberufe. Aus finanzieller Perspektive ist ein Einstieg in diese Berufsfelder also besonders unattraktiv. Sogar ausgelernte Kräfte entscheiden sich nach vielen Jahren immer häufiger dazu, ihren Beruf zu verlassen. 

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