Berlin. Verbraucherschützer werfen Banken Kundenabzocke bei der Einrichtung von pfändungssicheren Konten vor. «Die Menschen, die in dieser Lage sind, können sich zehn Euro monatlich für die Kontoführung schlicht nicht leisten», sagt Christina Beck, Finanzexpertin beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, der «Berliner Zeitung» (Dienstagausgabe) In Deutschland seien drei bis vier Millionen Haushalte überschuldet. «Alle diese Haushalte sind potenziell von einer Pfändung gefährdet», sagte Beck. Laut Schätzungen der Bundesregierung gab es im Jahr 2008 in Deutschland jeden Monat 350 000 bis 370 000 Kontopfändungen.

«Immer wieder werden auch wohlhabende Bürger gepfändet, weil sie es zum Beispiel versäumt haben, die Hundesteuer zu bezahlen», erläuterte Beck. Aus Sicht der Verbraucherschützerin wäre ein sogenanntes P-Konto deshalb im Prinzip für jedermann sinnvoll. Doch Vorsicht sei geboten: «Das kann sich im Einzelfall negativ auf die Kreditwürdigkeit auswirken», sagte Beck. «Das P-Konto darf zwar nicht in die offizielle Kreditwürdigkeit des Kunden einfließen, jede Bank kann über eine Schufa-Abfrage aber in Erfahrung bringen, ob ein P-Konto vorhanden ist oder nicht und daraus ihre Schlüsse ziehen», warnte die Expertin.

Seit 1. Juli sind die Banken und Sparkassen verpflichtet, auf Wunsch des Kunden normale Girokonten in pfändungssichere P-Konten umzuwandeln. Solche Konten sind automatisch bis zum Grundfreibetrag von 985,15 Euro vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt.

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